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Hartz-IV-Sätze steigen an - eine Gruppe profitiert besonders

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KINDER ARMUT
Familien mit Kinder profitieren besonders von den neuen Hartz-IV-Sätzen | ASSOCIATED PRESS
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  • Ab nächstem Jahr gelten neue Hartz-IV-Regelsätze
  • Besonders eine Gruppe von Menschen profitiert davon

Ab nächstem Jahr wird es mehr Geld für Hartz-IV-Empfänger geben. Die Regelsätze für Sozialleistungen werden zum 1. Januar 2017 zum Teil deutlich steigen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Referentenentwurf des entsprechenden Gesetzes aus dem Bundesarbeitsministerium.

Hintergrund für die Anhebung sind der Preisanstieg und eine Neuberechnung des Bedarfs auf Basis neuer Statistik-Daten.

Dem Entwurf zufolge soll der monatliche Regelsatz für Alleinstehende von derzeit 404 Euro pro Monat auf 409 Euro steigen. Paare erhalten demnach künftig 368 Euro (bisher 364 Euro) pro Partner.

Kinder zwischen 6 und 13 Jahren werden besonders berücksichtigt

Die Sätze für unter 25-Jährige, die im Haushalt der Eltern wohnen, steigen von 324 auf 327 Euro. Kinder zwischen 13 und 18 Jahren erhalten in Zukunft 311 statt bisher 306 Euro.

Dazu passend: Ungerecht und fehlerhaft - 8 unbequeme Wahrheiten über Hartz IV

Am stärksten steigen die Sätze für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. Sie erhalten im nächsten Jahr 291 anstatt statt 270 Euro.

Grund für diese Anhebung um rund 8 Prozent: Bei der neuesten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes wurde festgestellt, dass der Bedarf in dieser Altersgruppe für Lebensmittel und Getränke erheblich höher liegt als bisher berechnet. Der Regelsatz für Kinder bis zu 6 Jahren bleiben unverändert bei 237 Euro pro Monat.

Eine Familie mit zwei Kindern bekommt 50 Euro mehr pro Monat

Unter dem Strich bedeutet die Erhöhung: In einer Familie mit zwei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren erhielten die Erwachsenen bisher je 364 und die beiden Kinder je 270 Euro vom Amt, plus die Miete für einen Vier-Personen-Haushalt (im Schnitt 523 Euro).

Insgesamt also 1791 Euro. Nach der Erhöhung sind es für jeden Erwachsenen 368 Euro und für jedes Kind 291 Euro. Plus Miete macht das in Zukunft 1841 Euro – also eine Erhöhung von 50 Euro im Monat.

Die Erhöhung der Regelsätze kostet laut Sozialministerium allein im kommenden Jahr 470 Millionen Euro. Bis Ende 2020 belaufen sich die Mehrkosten sogar auf knapp zwei Milliarden Euro.

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(sk)