Huffpost Germany

Frontex-Chef warnt vor wieder ansteigenden Flüchtlingszahlen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
REFUGEES
Flüchtlinge aus Libyen in einem Schlauchboot auf dem Weg nach Italien | ASSOCIATED PRESS
Drucken
  • Frontex-Chef Leggeri warnt vor einem neuen Anstieg der Flüchtlingszahlen
  • Er fordert mehr Unterstützung für Bulgarien bei der Sicherung seiner Grenze
  • Zudem solle die EU legale Zuwanderungsmöglichkeiten für Flüchtlinge schaffen

Frontex-Chef Fabrice Leggeri hat vor einem erneuten Anstieg der Flüchtlingszahlen in Europa gewarnt.

"Der Migrationsdruck bleibt immens“, sagte Leggeri im Interview der "Welt“. "In Syrien herrscht weiter Krieg, die Terrormiliz Islamischer Staat setzt sich nun auch in Nordafrika fest und noch immer hat die Armut weite Teile der Welt fest im Griff.“ Leggeri sprach sich daher für eine Stärkung des EU-Grenzschutzes sowie mehr legale Wege für Migranten nach Europa aus.

Er forderte mehr Unterstützung für das an Griechenland und die Türkei angrenzende Bulgarien. Angesichts der geschlossenen Balkanroute fächerten sich die Wege der Flüchtlinge auf, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri der Zeitung "Die Welt".

"Mehr Migranten aus Griechenland oder der Türkei kommen nach Bulgarien"

"Es kommen mehr Migranten aus Griechenland oder der Türkei nach Bulgarien." Das Land benötige Hilfe beim Schutz der EU-Außengrenze. "Zurzeit haben wir etwa 112 Beamte in Bulgarien eingesetzt, wir brauchen aber noch mindestens 100 mehr."

Leggeri fügte an, es sei aber nicht so, dass in Bulgarien nun ähnliche Zahlen wie auf dem Westbalkan im vergangenen Jahr registriert würden.

Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen sprach sich Leggeri dafür aus, dass die EU für Migranten mehr legale Möglichkeiten zur Einreise schafft: "Grenzschutz und legale Wege nach Europa schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich“, sagte Leggeri. "Wenn es legale Wege gibt, sinkt der Druck auf die Außengrenze.“ Daher habe sich die EU-Kommission beides bereits im Frühjahr 2015 als Ziel gesetzt.

"Ich weiß nicht, wie lange wir dem Migrationsdruck an unserer Grenze noch standhalten können"

Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow hatte Ende vergangener Woche in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" geklagt, sein Land werde bei der Sicherung der EU-Außengrenze zur Türkei derzeit "praktisch allein" gelassen. "Ich weiß nicht, wie lange wir dem Migrationsdruck an unserer Grenze noch standhalten können", sagte er.

Frontex ist für den Schutz der EU-Außengrenzen zuständig und unterstützt die EU-Staaten bei dieser Aufgabe. Zu diesem Zweck dirigiert die Agentur nationale Einsatzkräfte bei der Überwachung der Außengrenzen, etwa um illegale Einwanderung zu verhindern.

Mit Material der dpa

Auch auf HuffPost:

Stephen Hawking nennt die größten Gefahren für die Menschheit

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.