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Warum so viele Menschen in unglücklichen Beziehungen bleiben

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UNGLUECKLICHE BEZIEHUNGEN
Viele Menschen bleiben in Beziehungen, obwohl sie nicht glücklich sind | iStock
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Sich zu trennen, ist schwer. Was wie ein großes Klischee klingt, ist aber auch wahr. Jeder, der schon mal in einer Beziehung war und sich lösen wollte weiß, dass das eine der härtesten Entscheidungen überhaupt sein kann.

Deswegen bleiben auch so viele Menschen in unglücklichen Beziehungen - weil es ihnen zu schwer fällt, sich zu lösen. Dafür gibt es natürlich viele Gründe, aber nach Angaben der Psychologin Sally-Anne McCormack sind das hier die häufigsten:

Finanzielle Gründe

Wenn der Partner der Hauptverdiener ist, oder eine Scheidung besonders teuer wäre.

Kinder

Kindern eine Trennung zuzumuten, ist schwierig. Außerdem heißt das in den meisten Fällen, dass das Sorgerecht geteilt wird. Weshalb jeder Partner die Kinder zumindest für eine Zeit nicht sehen wird.

Leugnung

Manche Menschen bleiben in unglücklichen Beziehungen, weil sie sich einreden, dass es nicht SO schlimm ist. Oder dass es besser wird.

Unsicherheit

Manche Menschen fühlen sich einfach zu schwach, um sich zu trennen.

Erwartungen

Es gibt Menschen, die glauben, sie würden Familie und Freunde enttäuschen, wenn sie sich trennen.

"Es ist nicht gut, 'der Kinder wegen' in einer Beziehung zu bleiben. Denn sie werden ja sehen, wie die Beziehung läuft. Möchte man wirklich, dass sich die Kinder das für ihr späteres Leben abgucken?", fragt McCormack.

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"Wenn die Eltern nicht glücklich sind, wird ihre Laune auch auf die Kinder abfärben. Oder die Kinder sehen die Ungerechtigkeit in der Beziehung und ergreifen Partei. Egal, wer wirklich hinter den Eheproblemen steckt."

McCormack sagt, Partner in unglücklichen Beziehungen müssten entweder gemeinsam an einer Lösung arbeiten oder, wenn das nicht klappt, eine Trennung vollziehen.

"Wenn es nur um die Partner geht, können sie das ja ganz für sich entscheiden. Vielleicht sind es finanzielle Gründe, die sie zusammenhalten. Aber, aus meiner Sicht sind das dann Partner, die nicht mehr in einer unglücklichen Ehe leben, sondern in einer WG."

"Wenn es weder ihnen selbst noch dem Partner schadet, können sie das natürlich selbst aussuchen. Sozialer Status spielt für manche Menschen auch eine Rolle. Aber für die meisten von uns wäre das nicht so wichtig. Es kann viel zu viel kosten, die Fassade aufrecht zu halten. Aber das muss jeder selbst wissen, solange es keinem wirklich schadet."

Wenn es allerdings soziale oder auch finanzielle Vorteile bringt, ist das laut McCormack für manche auch ein legitimer Grund.

"Es gibt ja einen Unterschied zwischen einer 'unglücklichen Ehe' und einer 'neutralen Ehe', in der es einfach keine Liebe mehr gibt, aber auch keiner von beiden richtig unglücklich ist. In einer 'neutralen Ehe' können die Partner sehr wohl zusammenleben und zufrieden sein und der Schaden für die Kinder ist nicht so groß."

"Aber die Kinder lernen trotzdem von dem, was sie sehen. Und dann finden sie vielleicht einen Partner, den sie auch nicht wirklich lieben. Die meisten von uns würden das nicht für ihre Kinder wollen."

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post Australien und wurde von Gunda Windmüller aus dem Englischen übersetzt.

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(glm)