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Zwei Freunde wussten nicht, dass sie bei der Geburt vertauscht wurden - 41 Jahre später änderte ein Medienbericht alles

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NEWBORN TWINS HOSPITAL
Neugeborene wurden bei der Geburt vertauscht | Sigarru via Getty Images
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Leon Swanson und David Tait Jr. sind beide 41 Jahre alt und schon ihr Leben lang befreundet. Beide Männer sind kanadische Ureinwohner und gehören dem Stamm der Cree an. Sie wurden im Abstand von drei Tagen im Krankenhaus von Norway House geboren, das zu diesem Zeitpunkt noch von der Regierung verwaltetet wurde.

Wie die kanadische Rundfunkgesellschaft cbc.ca berichtet, sprach Tait Jr. vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz in Winnipeg, der Hauptstadt von Manitoba.

Dort erklärte er unter Tränen, dass DNA-Tests den Verdacht der Familien bestätigt hätten: Die 41-jährigen Freunde seien als Babys im Krankenhaus vertauscht worden.

Ein weiterer Fall von vertauschten Babys

Unter Tränen gab Tait Jr. an, sowohl seine als auch Swansons Familie habe sich für den DNA-Test entschieden, als die Geschichte von Luke Monias und Norman Barkman durch Medienberichte bekannt wurde.

Monias und Barkman wurden ebenfalls im Jahr 1975 im Krankenhaus von Norway House geboren – nur 5 Monate nach Swanson und Tait Jr.

Vergangenen November erfuhren sie, dass die beiden im Krankenhaus vertauscht wurden. Auch sie hatten sich zu einem DNA-Test entschlossen.

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Jahrelang hegten die Familien Verdacht

Nachdem Swanson und Tait durch die Medienberichte auf den Fall Monais und Normans aufmerksam wurden, entschlossen sie sich ebenfalls zu einem DNA Test, um endlich Gewissheit über ihre Abstammung zu bekommen. Den Familien seien schon immer Ähnlichkeiten aufgefallen, die die beiden Söhne mit den anderen Elternteilen hätten.

Eric Robinson, Mitglied der Manitoba Legislativversammlung für Keewatinook, versprach eine interne Ermittlung bezüglich der beiden Fälle. „Hier wurden Leben gestohlen“ sagte er auf der Pressekonferenz.

Ermittlungen sollen die beiden Fälle aufklären

Die Gesundheitsministerin Jane Philpott bestätigte dies. Es würden Ermittlungen eingeleitet, um den beiden Fällen auf den Grund zu gehen. Die Ergebnisse der Ermittlungen würden selbstverständlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zudem wurde den Familien psychologische Betreuung angeboten, um die Nachricht besser verarbeiten zu können. „Die Ermittlungen werden schmerzlich für die Familien, aber sie haben ein Recht darauf zu erfahren, warum das alles geschehen ist“, sagte Robinson.

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(pb)