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Donald Trump nutzt Mord an Cousine von NBA-Star für seinen Wahlkampf

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TRUMP WADE
Trump nutzt Tod von Cousine von Dwyane Wade für Wahlkampf. | Getty/Reuters/HuffPost
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Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump nutzt den Mord an der Cousine des amerikanischen Basketballstars Dwyane Wade für seinen Wahlkampf.

Nykea Aldridge, die Cousine des NBA-Spielers der Chicago Bulls und Mutter von vier Kindern, geriet am Freitag in Chicago in eine Schiesserei. Dem Polizeibericht zufolge hatte Aldridge einfach Pech: Zwei Männer hatten eine andere Person im Visier, aber trafen zufällig Aldrige. Im Krankenhaus erlag sie den Verletzungen.

Wade twitterte daraufhin am Freitag, die "sinnlose Waffengewalt" müsse eine Ende haben.

Wenige Stunden später äußerte sich auch Donald Trump zum Tod von Aldrige – und zwar indem er den Mord für seinen politischen Wahlkampf instrumentalisierte.

"Dwyane Wades Cousine wurde gerade angeschossen und getötet, als sie in Chicago mit ihrem Baby spazieren war. Genau, was ich gesagt habe. Afroamerikaner werden Trump wählen!", schrieb der Republikaner.

Trump möchte damit ausdrücken, dass sich die nationale Sicherheit mit ihm als Präsidenten verbessern würde.

Sicherheitsberater: "Trump ein Risiko für nationale Sicherheit"

Ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und Sicherheitsbeamte sehen das anders: Anfang August hatten sich 50 der ranghöchsten republikanischen Sicherheitsberater gegen Donald Trump zusammengetan. Der Grund: Trump sei eine Gefahr für die nationale Sicherheit.

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Trump habe wiederholt gezeigt, dass er "wenig Verständnis" von nationalen Belangen, komplexen demokratischen Herausforderungen, wichtigen Bündnissen und demokratischen Werten hätte, die für die amerikanische Politik grundlegend seien, heißt es im einen Schreiben.

Trump umgarnt Afroamerikaner – ohne Erfolg

Hinter Trumps Tweet steckt allerdings weniger die Frage nach der nationalen Sicherheit, sondern politisches Kallkül. Denn zu seiner neuen Strategie gehört es, Schwarze und Latinos – also die Gruppen, die ihn größtenteils ablehnen – zu umgarnen.

Ein Umfrage des TV-Senders "NBC" und der Zeitung "Wall Street Journal" zeigte Anfang August, dass Trumps Kontrahentin Hillary Clinton mit 91 zu einem Prozent unter den Afroamerikanern führte. Acht Prozent waren noch unentschlossen.

Afroamerikaner hatten in Umfragen immer wieder betont, dass Trump diskriminierend sei und ihr Leben in seinen Wahlkampfreden falsch oder lediglich unzureichend beschreibe.

Trump nutzt brutale Vorfälle immer wieder für Wahlkampf

Trump twitterte bereites nach der Schießerei in einem Nachtclub Orlando am 12. Juni, bei der der Amokläufer Omar Mateen 49 Menschen getötet hatte, dass sich seine Warnungen vor Terrorismus nun bewahrheiten würden Außerdem forderte er mehr Waffen.

In einem Interview mit dem TV-Sender "Fox News" behauptete Trump am Montag, er habe mit einem führenden Polizeibeamter aus Chicago gesprochen, der ihm versicherte, er könne die Straßengewalt in der Stadt innerhalb einer Woche beenden.

Ein Sprecher der Polizei von Chicago dementierte, dass ein Mitglied der Abteilung mit Trump oder jemand aus seinem Team sprach.

Dwyane Wade äußerte sich bislang nicht zu Trumps Tweet.

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(lp)