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Diesen Satz liest du nach fast jedem Film – das steckt dahinter

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Diesen Satz lesen Sie nach fast jedem Film – das steckt dahinter. | dpa
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Filmfans kennen diesen Satz. Sie können ihn wahrscheinlich mitbeten. "Die Personen und die Handlung des Films sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.“ Fast jeder Spielfilm endet mit diesen Worten.

Doch was steckt eigentlich dahinter?

Klar ist: Der Satz ist eine juristische Absicherung der Filmemacher. Die Geschichte, wie diese zustande kam und zur gängigen Praxis wurde, ist dagegen kaum bekannt. Sie reicht fast 100 Jahre zurück.

Prinzessin Irina klagte gegen Filmgesellschaft

1932 wurde der Film "Rasputin: Der Dämon Rußlands“ in New York zum ersten Mal gezeigt. Der Film handelt vom berühmtem russischen Wanderprediger und Okkultisten Grigori Jefimowitsch Rasputin, der im Dezember 1916 ermordet wurde.

In den Mord war – soviel scheint heute sicher – der Romanow-Clan, die damalige Zarendynastie verwickelt, für die Rasputin als Berater arbeitete. Rasputin wurde vergiftet und erschossen, unter anderem von Fürst Felix Jussupow, dem Ehemann der Prinzessin Irina Alexandrowna.

Rasputin hatte seine Macht im russischen Reich am Zarenhof immer weiter ausgebaut, nahm Einfluss auf die russische Politik – und auf die Prinzessin.

Im Film tritt die Figur der Natascha auf, die offensichtlich auf Prinzessin Irina basiert. Sie wird von Rasputin vergewaltigt. Wegen Rufschädigung verklagte diese daraufhin die amerikanische Filmgesellschaft MGM.

Zunächst hatte die Klage in London Erfolg, da die Prinzessin glaubhaft machte, nicht vergewaltigt worden zu sein. Sie bekam im März 1934 von englischen Richtern umgerechnet 127.373 US-Dollar als Schadensersatz aufgrund der Rufschädigung zugesprochen.

Als sie drohte, die Firma auch in den USA zu verklagen, einigten sich MGM und die russische Adelige auf eine außergerichtliche Beilegung der Streitigkeiten, was ihr weitere 250.000 US-Dollar einbrachte.

Und in Zukunft dafür sorgte, dass MGM und andere Filmgesellschaften und Produktionsfirmen ihre Filme mit einer Klausel versahen: "Die Personen und die Handlung des Films sind frei erfunden.“

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(mast)