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Medienberichte: Türkische Soldaten sollen in die Region Kobane vorgedrungen sein

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TURKEY SYRIA
Ein türkischer Panzer am Mittwoch vor der Offensive gegen den IS. | BULENT KILIC via Getty Images
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Medienberichten zufolge sollen türkische Soldaten im Norden Syriens in die Umgebung der kurdisch kontrollierten Stadt Kobane vorgedrungen sein. Das berichtet unter anderem die kurdische Hawar News Agency.

Sollte sich die Information bestätigen, wäre das eine überaus brisante Angelegenheit:

Das symbolträchtige Kobane liegt östlich des Euphrat

Die Türkei hatte am Mittwochmorgen eine Bodenoffensive in Syrien begonnen. Eines der Ziele: Die Kurden, die weite Gebiete an der türkisch-syrischen Grenze kontrollieren, sollten zurückgedrängt werden. Die türkische Regierung hatte ausdrücklich gefordert, die Kurden sollten sich ins Gebiet östlich des Flusses Euphrat zurückziehen. Doch Kobane liegt viele Kilometer östlich des Euphrat.

Sollten die Türken tatsächlich auf Kobane vorrücken, würde das also weit über die bisherigen Forderungen hinausgehen.

Dazu kommt, dass Kobane als Symbol des kurdischen Widerstandes im Syrienkrieg gilt. Im Februar 2015 hatten kurdische Kämpfer die Stadt von der Terrormiliz Islamischen Staat (IS) erobert.

Panzer auf dem Weg nach Kobane?

Türkische Scorpion-Panzer sollen nun auf dem Weg nach Kobane sein, dazu Maschinen, die dazu benutzt werden, Gräben auszuheben. Das behaupten vor allem kurdische Quellen.

Die kurdischen Kämpfer im Norden Syriens hatten der Türkei bereits zuvor vorgeworfen, Angriffe auf ihre Stützpunkte nahe der vergangene Woche von Rebellen eroberten Stadt Dscharablus geflogen zu haben.

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Der den Kurden nahestehende Militärrat von Dscharablus bezeichnete die Attacken auf das Dorf Amarne am Samstag als beispiellose und gefährliche Eskalation. Bereits am Vortag seien die Stellungen von türkischer Artillerie beschossen worden. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Luftangriffe.

Der Militärrat von Dscharablus wird von den USA und den von den Kurden geführten Demokratischen Kräften Syriens unterstützt. Die Türkei hatte vergangene Woche Panzer über die Grenze nach Syrien geschickt, um den syrischen Rebellen dabei zu helfen, die Terrormiliz Islamischer Staat aus Dscharablus zu vertreiben. Die Offensive war teilweise aber auch dazu gedacht, die kurdisch-geführten Kräfte einzugrenzen.

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(sk)