Huffpost Germany

Eklat am Münchner Flughafen: Billig-Airline Transavia lässt Familie nicht in den Flieger

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRANSAVIA
Eklat am Münchner Flughafen: Billig-Airline lässt Familie nicht in den Flieger | Rafael Marchante / Reuters
Drucken

„Wir haben uns schon so auf den Urlaub gefreut“, sagt John Gözalan im Nachrichtensender N24, „aber dann kam diese blöde Frau und hat uns einfach den ganzen Spaß verdorben.“

Mit dieser „blöden Frau“ meint der kleine Junge eine Mitarbeiterin des Flughafendienstleisters AHS, wie die Münchner „Abendzeitung“ berichtete. Die Frau sollte die Passagiere für die französische Billigfluglinie Transavia nach Mallorca einchecken.

Es standen nicht alle in der Warteschlange

Weil die Warteschlange sehr lang war und seine Frau Christiana im sechsten Monat schwanger, stellte sich Vater Johannes alleine eine Stunde an. Seine Frau bat er, mit den Kindern auf einer Bank zu warten.

Beim Check-In, so erzählt es Johannes Gözalan, habe er die Pässe seiner Familie vorgelegt. Doch die Frau weigerte sich, sie anzunehmen. Die Begründung: Die ganze Familie hätte sich anstellen müssen.

Der "AZ" sagte der Familienvater: "Ich habe erwidert, dass meine Frau schwanger ist, und sie außerdem auch gleich hier neben mir steht, sie hatte sich ja auch schon auf den Weg gemacht. Meine Frau hat afrikanische Wurzeln, ist sehr groß und trägt einen Afro, sie ist nur schwer zu übersehen."

Die Frau wollte laut Gözalan weder die Familie einchecken noch ihren Vorgesetzten rufen noch ihm für die Beschwerde ihren Namen nennen. Sie rief lieber die Polizei.

Ein anderer Servicemitarbeiter checkt die Familie ein

Im Gespräch mit N24 beteuert der Vater, er habe die Frau weder beleidigt noch bedroht.

Ein Kollege der schimpfenden Mitarbeiterin verstand das Durcheinander offensichtlich nicht und checkte die Familie ein, noch bevor die Polizei etwas unternahm. Die Familie passierte die Sicherheitskontrolle.

Doch die Mitarbeiterin regte sich weiter auf und veranlasste offenbar, dass das Gepäck der Familie wieder ausgeladen und die Familie nicht an Bord gelassen wurde.

Familie flog einen Tag später

Die Familie flog schließlich einen Tag später als geplant – und musste einen Flug für mehr als tausend Euro buchen.

Der „Abendzeitung“ teilte die Airline schließlich mit, man behalte sich vor, „verhaltensauffällige Passagiere“ nicht mitzunehmen.

Laut den Richtlinien hätten müssten alle einzucheckenden Passagiere am Schalter zugegen sein. Man bedauere den Vorfall und erstatte der Familie die Kosten für den Flug nach Palma. Ob damit der ursprüngliche oder der Ersatzflug gemeint ist, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.

Der Servicemitarbeiterin scheint die Sache nicht besonders nahe gegangen zu sein - wenn man den Schilderungen von Christiana Gözalan folgt. Sie habe die Frau gefragt, warum sie das den Kinder antue. Doch diese habe nur so etwas wie "Geschieht ihnen recht" gesagt.

Auch auf HuffPost:

Sie ist "die hässlichste Frau der Welt" - das hat sie aus sich gemacht

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.