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CDU-Kreise: Merkels Kanzlerkandidatur hängt von Seehofers Veto ab

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SEEHOFER MERKEL
Merkels Kandidatur hängt auch von Seehofer ab. | POOL New / Reuters
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  • Angela Merkel möchte erst 2017 bekannt geben, ob sie erneut als Kanzlerkandidatin antritt
  • Grund für das Zögern ist die CSU
  • Deren Vorsitzender Horst Seehofer möchte erst entscheiden, ob er Merkel weiterhin unterstützen will

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will ihre Kanzlerkandidatur voraussichtlich erst im Frühjahr 2017 bekannt geben. Verantwortlich dafür ist die Schwesterpartei CSU.

Denn deren Vorsitzender Horst Seehofer möchte vorher entscheiden, ob er und seine Partei Merkel weiterhin unterstützen, wie der "Spiegel" unter Berufung auf CDU-Kreise berichtet. Erst dann soll Merkel öffentlich machen, dass sie erneut antritt.

Im Umkehrschluss heißt das: Legt Seehofer sein Veto ein, steht die Kanzlerin vor einer brisanten Entscheidung: Tritt sie auch ohne die Unterstützung der CSU an? Gegen einen bayerischen Gegenkandidaten?

Bekanntgabe der Kandidatur zwei Mal verschoben

Ursprünglich wollte Merkel ihre Kandidatur schon im Frühjahr diesen Jahres ankündigen. Doch durch die massiven Differenzen in der Flüchtlingspolitik kommt die Union auf keinen Nenner. Im Gegenteil: Die Schwesterparteien entzweiten immer stärker.

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Inzwischen sind die Fronten offenbar so verhärtet, dass es gar zum Bruch kommen könnte. Eine Aussicht, die jüngst auch der CSU-Finanzminister Markus Söder ins Spiel brachte.

CDU-Bundesparteitag im Dezember

Nicht zuletzt werden auch die Zustimmungswerte für Merkel beim CDU-Bundesparteitag im Dezember in Köln entscheidend sein. Dort will sich Merkel für weitere zwei Jahre zur Parteivorsitzenden wählen lassen.

Es ist davon auszugehen, dass die Christdemokraten geschlossen hinter Merkel stehen werden. Was man von den Christsozialen nicht behaupten kann.

Merkel ist seit 2005 im Amt und damit Europas dienstälteste Regierungschefin. Die 62-Jährige regiert derzeit zum zweiten Mal in einer großen Koalition mit der SPD.

Nach dem Unions-Zerwürfnis: Eintracht oder Bruch?

Sollte sie erneut antreten, könnte sie Helmut Kohls Rekord-Kanzlerschaft von 16 Jahren einholen. Der Contra-Merkel-Kurs der CSU könnte dieses Unterfangen ernsthaft gefährden.

Dagegen spricht: Die Unions-Schwestern haben einen Herbst des Friedens verabredet. Wieder näher kommen wollen sie sich in sechs gemeinsamen Themenkonferenzen, die erste ist Ende September in Würzburg.

Schließlich soll nach dem Zerwürfnis der vergangenen Monate für die Bundestagswahl 2017 irgendwie Eintracht wachsen.

Mit Material der dpa

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(lp)