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"Wahlverwandtschaft": Christian Lindner fordert neues Partnerschaftsmodell

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LINDNER PARTNERSCHAFT
Christian Linder fordert ein neues Partnerschaftsmodell. | Getty/HuffPost
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  • FDP-Chef Lindner fordert eine dritte Form der Lebenspartnerschaft für befreundete Menschen
  • Damit möchte der Politiker vor allem ältere, alleinstehende Personen rechtlich absichern

Bisher gibt es in Deutschland zwei Formen der Lebenspartnerschaft: Die Ehe und die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle.

FDP-Chef Christian Linder fordert nun noch eine drittes Modell: die "Verantwortungsgemeinschaft".

Damit schlägt Lindner eine Lebenspartnerschaft von zwei befreundeten Menschen vor. Konkret soll diese für Personen in hohem Alter gelten, etwa zwei Witwen.

"Eine Art Wahlverwandtschaft"

"Wir werden im Zuge des demografischen Wandels ganz neue Lebensmodelle bekommen", sagte Linder den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In der "Verantwortungsgemeinschaft" könnten Menschen nicht nur füreinander sorgen, sondern auch rechtlich abgesichert werden.

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"Heute ist es doch so: Wenn die eine im Krankenhaus ist, kann sich die andere bei den Ärzten nicht über den Zustand der Freundin erkundigen", so der Politiker weiter.

Deshalb müsse eine Rechtsform geschaffen werden, die "besonderen Freundschaften" absichert: "eine Art Wahlverwandtschaft".

Lindner kritisiert Flüchtlingspolitik

Doch das ist nicht der einzige Vorschlag, den Lindner äußerte. Im Interview mit der "Berliner Morgenpost" ging er auch auf ein ganz anderes Thema ein: die Flüchtlings- und Sicherheitspolitik der Regierungsparteien.

Lindner fordert "zügig Abschiebeabkommen mit den nordafrikanischen Staaten für die Rücknahme von abgelehnten Asylbewerbern" sowie einen stärkeren Grenzschutz. Punkte, die auch die Alternative für Deutschland (AfD) fordert.

Und genau die möchte Lindner überholen. "Eine Partei, die für die liberalen Grundwerte unseres Landes steht, muss doch stärker sein wollen als diese Mischung gestriger Populisten und Rassisten", meint Lindner.

Seine Forderungen nach mehr Sicherheit und eine bessere rechtlichen Absicherung für Personen in hohem Alter dürften Maßnahmen sein, die bei AfD-Sympathisanten Gehör finden.

Fußfesseln für "Dschihad-Rückkehrer"

So auch Lindners klare Vorschläge für Maßnahmen zur Terrorabwehr. "Dschihad-Rückkehrer aus Syrien" müsse man mit Fußfesseln überwachen, außerdem sollen die Salafisten-Szene und islamischen Verbände stärker beobachtet und kontrolliert werden.

Trotz Kritik seiner Kritik an der Regierung, sieht Lindern in diesen Punkten die größte Schnittmenge mit der CDU, dem Wunsch-Koalitionspartner. Einer Jamaika-Koalition – CDU, Gründe und FDP – erteilt er hingegen eine klare Absage: "Anton Hofreiter als Umweltminister? Das möchte ich mir nicht vorstellen."

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(lp)