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Mit Hitlerbart und Hakenkreuz im Club: Jung-Nazis attackieren jüdische Schüler in Argentinien

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JUGENDLICHE NAZIS
Die Jugendliche sollen eine Gruppe jüdischer Schüler im Club beleidigt haben. | TN
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In Argentinien sollen Jugendliche einer deutschen Schule bei einer Party Schüler einer jüdischen Schule beleidigt und angegriffen haben.

Mit aufgemalten Hitlerbärten und Armbinden mit Hakenkreuzen seien die Jugendlichen in einen Nachtclub in Bariloche gekommen, wie die britische Zeitung "Telegraph" berichtet.

Bariloche liegt im Südwesten Argentiniens und war nach dem Zweiten Weltkrieg Jahrzehnte von Kriegsverbrechern des NS-Regimes bewohnt, darunter Josef Mengele, dem "Todesengel von Auschwitz".

Jugendliche sollen "Scheiss Juden!" gerufen haben

Wie Augenzeugen dem argentinischen TV-Sender "TN" berichteten, kamen die Jugendlichen der Deutschen Schule Lanús in Buenos Aires als Nazis verkleidet in den Club. Ob es sich bei den Jugendliche um Argentinier oder Deutsche handelt, ist unklar.

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"Einige von ihnen hatten Hakenkreuze auf die Brust und auf den Rücken gemalt", sagte ein Schüler der jüdischen Schule dem Sender. "Wir wollten, dass sie aus dem Club geworfen werden, weil sie 'Scheiß Juden!' riefen und stolz auf ihre Nazi-Symbole zeigten."

Schulleiterin: "Absolut nicht vertretbar"

Als ein Türsteher sich weigerte, die Jugendlichen des Clubs zu verweisen, sei es zu einer kleineren Konfrontation gekommen. Letztlich mussten die jungen Nazis doch gehen.

Silvia Fazio, die Rektorin der Deutschen Schule, entschuldigte sich für seine Schüler. Der Vorfall sei "absolut nicht vertretbar" und die Jugendlichen hätten mit Konsequenzen zu rechnen.

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Zu diesen Konsequenzen zähle ein Besuch des Holocaustmuseums in Buenos Aires. "Sie müssen für ihre Aktion Sühne zeigen", so Fazio. "Es gibt viel zu reflektieren," fügte sie hinzu.

Sie betonte, dass die Reise nach Bariloche nicht von der Schule, sondern privat organisiert wurde.

Jugendlichen könnte Strafverfolgung drohen

"Es gab viele Erwachsene, wie zum Beispiel die Eltern, die mit den Kindern dort waren, sowie die Reise-Koordinatoren und das Club-Personal. Sie alle haben Fehler gemacht."

Ariel Cohen Sabban, Präsident der argentinischen Delegation der israelitischen Verbände, sagte: "Wir glauben, die eigentliche Wurzel des Problems liegt tiefer als diese Provokation."

Dennoch mache man damit keine Scherze. Die Symbole hätten die Ideologie für den Mord an sechs Millionen Juden gelegt.

Bisher ist nicht bekannt, wie alt die Jugendlichen sind. Sollten sie über 16 Jahren sein, könnte es zu einer Strafverfolgung wegen Zeigen von Nazi-Symbolen und rassistischer Beleidigung kommen.

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(lp)