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Gruppen-Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg: Beim Prozessauftakt spielen sich widerliche Szenen ab

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  • In Hamburg läuft der Prozess gegen vier junge Männer wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer 14-Jährigen
  • Beim Prozessauftakt zeigten Angeklagte und Angehörige keine Reue
  • Von Freunden wurden sie sogar bejubelt

Vier junge Männer sollen eine 14-Jährige brutal vergewaltigt haben, das Verbrechen filmten sie mit ihren Smartphones. Reue? Zum Prozessauftakt begrüßten die Angeklagten lachend und winkend ihre Freunde im Zuschauerraum.

Die Mutter eines Angeklagten winkte und warf ihrem Sohn sogar Kusshände zu. Breitbeinig gehend, im schwarzen Jogginganzug stolzierte ein mutmaßlicher Täter zur Anklagebank.

Vor dem Gerichtssaal zeigen sich auch die Bekannten der Angeklagten wenig beeindruckt. Einer gibt dem Opfer eine Mitschuld: "Was sucht sie denn auch dort bei den Männern?", fragt er schulterzuckend.

Die vier jungen Männer, zwischen 14 und 21 Jahre alt, sollen das Mädchen auf einer Geburtstagsfeier im Februar zunächst betrunken gemacht und es dann widerstandslos mehrfach sexuell missbraucht haben.

Flaschen und Lampe vaginal eingeführt

Beim Prozessauftakt vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts nennt der Staatsanwalt am Donnerstag schockierende Details: Flaschen und eine Taschenlampe seien dem Opfer vaginal eingeführt worden, das Opfer habe sich übergeben und geschrien.

Schließlich sollen drei der jungen Männer das Mädchen nach draußen geschleppt haben. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ließ das Quartett der Anklage zufolge das Mädchen zurück – bekleidet nur in Unterwäsche und mit einer Bluse. Schreiend kann es auf sich aufmerksam machen.

Im Krankenhaus hatte das Mädchen eine Körpertemperatur von nur noch 35,4 Grad und einen Blut-Alkoholwert von 1,9 Promille. Es musste auf der Intensivstation behandelt werden.

"Das war keine Vergewaltigung, das war 'ne Party"

Die Angehörigen der Verdächtigen finden das vor Gericht ganz normal. "Das war keine Vergewaltigung, das war 'ne Party", sagte einer, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet. "Da wurde gefeiert und gesoffen. Es gab Sex."

Bei einem Fest mit Männern müsse man als Frau halt abhauen, habe die junge Freundin eines 17-jährigen Angeklagten gesagt. An die Vergewaltigung glaube sie nicht. "Sonst wäre ich ja wohl nicht mehr mit ihm zusammen", fügte sie hinzu.

15-jährige Freundin soll Tat gefilmt haben

Der Staatsanwaltschaft wirft den Jugendlichen hingegen vor, sie hätten sogar billigend in Kauf genommen, dass die 14-Jährige erfrieren könnte. Hinzu komme gefährliche Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung.

Die Anklagebehörde war zunächst von versuchtem Mord ausgegangen. Eine 15-Jährige muss sich ebenfalls wegen Beihilfe verantworten. Sie soll die Tat mit ihrem Smartphone gefilmt haben.

Das Opfer stand unter Obhut des Jugendamtes Wandsbek und war in einer Jugendwohnung untergebracht. Die Suche nach den mutmaßlichen Tätern erwies sich als mühsam.

Urteilsverkündung erst Mitte Oktober

Drei der Jugendlichen wurden zwei Wochen nach der Tat verhaftet, die 15-Jährige aber kurz darauf freigelassen. Die anderen beiden Verhafteten im Alter von 14 und damals 16 Jahren wurden in Jugendeinrichtungen untergebracht, aus denen sie entkommen konnten. Später konnten sie jedoch wieder gefasst werden.

Nach den beiden weiteren Angeklagten fahndete die Polizei öffentlich. Daraufhin stellte sich der 21 Jahre alte Beschuldigte. Der 16-Jährige konnte von den Beamten Mitte März festgenommen werden.

Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit bis zur Verkündung des Urteils von dem Verfahren ausgeschlossen. Der Prozess wird mindestens bis Mitte Oktober dauern.

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(pb)