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Dieses widerliche Detail über Feigen solltet ihr kennen, bevor ihr das nächste Mal eine esst

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FIG
Close up of sliced fig | Jeremy Woodhouse/Carl Kravats via Getty Images
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Süß, fruchtig und exotisch: Feigen sind vielseitig verwendbar - ob in sommerlichen Salaten oder als Snack zwischendurch. Doch wer einmal erfahren hat, wie sie entstehen, wird das so schnell nicht mehr vergessen können.

Denn: Die komplizierte Bestäubung des Feigenbaums führt dazu, dass wir mit jeder Feige mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens eine tote Wespe mitessen. Echt jetzt.

Ihr glaub es uns nicht? Hier kommt die Erklärung:

Zunächst einmal sind Feigen gar keine Früchte - sondern nach innen gekehrte Blüten. Denn: Die Blüten des Feigenbaums blühen im Inneren dessen, was wir später als Frucht essen.

Feige ist nicht gleich Feige

Wer in Biologie in der Schule aufgepasst hat, weiß: Um eine Art zu erhalten, müssen Blüten in irgendeiner Form bestäubt werden. Das funktioniert bei den nach innen gekehrten Blüten des Feigenbaums etwas komplizierter als bei herkömmlichen Blüten.

Und hier kommt die sogenannte Feigenwespe ins Spiel. Diese besondere Wespenart braucht die Feige genauso zum Überleben, wie die Feige die Wespe braucht. Denn: Die Wespe nutzt das Innere der Feige, um hier ihre Eier zu legen.

fig wasp

An diesem Punkt wird es etwas komplizierter, denn Feige ist nicht gleich Feige.

Die Natur hat vielmehr zwei Feigenarten geschaffen: Die sogenannte Bocksfeige, die sowohl männliche als auch weibliche Blüten produziert und die Essfeige, die lediglich weibliche Blüten hervorbringt. Wie der Name schon vermuten lässt, landet Letztere irgendwann in unserem Sommersalat.

Das Wespenweibchen stirbt in unserer Essfeige

Das Problem dabei ist: Die Feigenwespe kann nur männliche Blüten unverletzt wieder verlassen. In diesen kann sie bequem ihre Eier ablegen - und anschließend wieder ins Freie kriechen.

Anders ist das bei weiblichen Blüten (die wir später als Essfeigen verzehren): Wegen ihrer anderen Beschaffenheit verliert die Wespe ihre Flügel bei dem Versuch, in die enge Röhre der weiblichen Blüte zu gelangen.

Die Folge: Die Wespe stirbt in der Feige. Die Pflanzenenzyme verdauen sie anschließend gewissermaßen und verwandelt den Wespenkörper in Protein. Sichtbar ist der Corpus deshalb meistens nicht - in manchen Fällen kann es allerdings sein, dass sogar noch ein Teil des Skeletts auszumachen ist.

Wenn du also eine Feige zu dir nimmst, isst du mit großer Wahrscheinlichkeit die Proteine eines Wespenkörpers mit.

Warum Supermärkte Feigen weiterhin in die Obstabteilung einsortieren - und nicht etwa in die "Nach-innen-gekehrte-Blüten-mit-Fleischfüllung"-Theke legen, ist uns schleierhaft.

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(lk)