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Vor diesem Horror fliehen 1,4 Millionen Kinder - und kaum jemand spricht darüber

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ESCAPE CHILDREN
Symbolbild. Ein junges Mädchen auf der Flucht. | UNICEF
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Sie sind noch Kinder. Doch ihr Leben ist geprägt von Angst und Flucht. Angst davor, ihr noch so junges Leben zu verlieren - Flucht in fremde Länder, weg von der Gefahr, die ihnen nach dem Leben trachtet. Diese Gefahr hat einen Namen: Die Terrororganisation Boko Haram.

Bekannt für die Ermordung von Christen und Moslems. Der Wirkungskreis der Terroristen, die sich selbst auch als "Taliban" bezeichnen, befindet sich im Norden der Bundesrepublik Nigeria - mit rund 181 Millionen Bürgern somit das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Noch.

Millionen Kindern bleibt nur noch die Flucht

Denn die Menschen halten den Terror von Boko Haram nicht mehr aus. Sie fliehen. Rund 1,4 Millionen Kinder sind unter ihnen, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, bekannt gab. Das entspricht in etwa der kompletten Bevölkerung Münchens - nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt in Deutschland.

Boko Haram schreckt nicht davor zurück, in Dörfer einzufallen, unter dem Einsatz von Sprengstoff und Schusswaffen Bewohner zu töten und das Dorf im Anschluss komplett niederzubrennen. Wie bei dem Angriff auf das nigerianische Dorf Dalori - 50 Menschen verloren ihr Leben. Oder auf die Stadt Baga - 2000 Menschen verloren ihr Leben.

Gefangen im Terror

Etwa eine Million Kinder sind noch in Gebieten gefangen, die von Boko Haram kontrolliert werden. Helfer haben keine Chance, in diese Gebiete vorzudringen.

Die Kleinsten unserer Gesellschaft sind somit auf sich selbst gestellt.

Manuel Fontaine, der Unicef-Direktor für West- und Zentralafrika, macht die Dringlichkeit des Themas in einer Grafik klar. Sie zeigt, dass wir nicht wegschauen können:

Seit 2014 ist Boko Haram weltweit bekannt - aus einem furchtbaren Grund

Boko Haram ist spätestens seit 2014 jedem ein Begriff - aus einem traurigen Grund. Die Terrorgruppe entführte in der nigerianischen Stadt Chibok 276 Schulmädchen. Frauen weltweit, unter anderem die First Lady der USA, Michelle Obama, forderten mit der Social Media-Aktion "Bring back our Girls" die Freilassung der Mädchen. Nur wenige sollen bislang wieder in Freiheit sein.

Mitte August wandte sich Boko Haram in einem Video mit Neuigkeiten zu den Mädchen an die Öffentlichkeit. Die Jugendlichen, die seit über zwei Jahren in der Gewalt der Terroristen sind, würden frei gelassen werden - allerdings nur, wenn die Regierung im Gegenzug Gefangene entlässt, die zur Terror-Gruppierung gehören.

Es droht eine zweite Gefahr

Nur eine Flucht kann die Bevölkerung derzeit retten.

Würden sie bleiben, trachtet nicht nur Boko Haram nach ihren jungen Leben. Auch die Hungersnot könnte sie töten.

Die Zahl der Menschen, die im Nordosten Nigerias auf Ernährungshilfe angewiesen sind, ist auf 4,5 Millionen gestiegen, wie das UN-Welternährungsprogramm WFP kürzlich bekannt gab.

Nur durch eine Flucht können die Kinder diesem Alptraum entgehen. Nur durch eine Flucht haben die Kinder eine Chance darauf, ein besseres Leben zu führen. Und nur durch eine Flucht können sie die traumatischen Erlebnisse ihrer Vergangenheit vielleicht irgendwann verarbeiten.

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(vr)