Huffpost Germany

"Toni Erdmann" soll für Deutschland den Oscar holen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TONI ERDMANN
"Toni Erdmann" ist Deutschlands Oscar-Kandidat (im Bild: Sandra Hüller als Ines mit Peter Simonischek als Winfried/Toni) | dpa
Drucken
  • "Toni Erdmann" von German Films für Oscar-Auswahl nominiert
  • Beziehungsfilm stach damit "Er ist wieder da" und "Der Staat gegen Fritz Bauer"aus
  • Worum geht es in "Toni Erdmann" eigentlich?

"Toni Erdmann" von Regisseurin Maren Ade - dieser Film soll für Deutschland einen Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film holen. Das entschied eine unabhängige Jury, wie die Auslandsvertretung des Deutschen Films, German Films, am Donnerstag in München bekannt gab.

Der Film hatte "durch seine konsequente künstlerische Handschrift" überzeugt, erklärte die Jury. "Eine ebenso mutige wie stilsichere filmische Seelenschau am Puls der Zeit. Maren Ade schafft es, 162 Minuten Film zu einem humorvoll-entlarvenden Spaziergang durch die Nuancen einer Vater-Tochter Beziehung werden zu lassen."

Darum geht es in "Toni Erdmann"

"Toni Erdmann" erzählt die Geschichte von Winfried (Peter Simonischek), einem Musiklehrer, und seiner Tochter Ines (Sandra Hüller), einer Karrierefrau. Er sei "anrührend, aufrüttelnd, gesellschaftliche Fragezeichen implementierend und von unbeirrbarer gestalterischer Klarheit", hieß es von der Jury. "So muss modernes, internationales Kino sein!"

Maren Ade sagte in einer Mitteilung: "Ich freue mich sehr, dass die Jury 'Toni Erdmann' ins Oscar-Rennen schickt und bin gespannt, wie Toni sich in Los Angeles so benimmt."

Film stach "Er ist wieder da" aus

Im Rennen waren noch sieben weitere Bewerber, darunter die Hitler-Satire "Er ist wieder da", "Der Staat gegen Fritz Bauer" und "Das Tagebuch der Anne Frank" - sie gingen aber leer aus. Für einen Oscar nominiert ist aber auch "Toni Erdmann" noch nicht.

Die Academy in Hollywood wird am 17. Januar 2017 eine Shortlist der eingesendeten Bewerbungen aus dem Ausland veröffentlichen, die fünf nominierten Filme sollen am 24. Januar bekannt gegeben werden. Die Oscarverleihung findet am 26. Februar 2017 in Hollywood statt.

Deutsche Oscar-Erfolge liegen fast zehn Jahre zurück

Im vergangenen Jahr ging der Film "Im Labyrinth des Schweigens" von Giulio Ricciarelli über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen; er schaffte es aber nicht in die Auswahl der letzten fünf Nominierten.

Jedes Jahr schlägt die Auslandsvertretung des deutschen Films einen Kandidaten vor, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Der letzte Film, der dann auch offiziell für den Auslands-Oscar nominiert wurde, war "Das weiße Band" von Michael Haneke bei der Oscar-Verleihung 2010.

Den Oscar in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film holte zuletzt "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck im Jahr 2007 nach Deutschland. Zuvor hatten auch Volker Schlöndorffs "Blechtrommel" (1979), István Szabós "Mephisto" (1981) und Caroline Links "Nirgendwo in Afrika" (2003) die Trophäe gewonnen.

Auch auf HuffPost

Psychologin erklärt, warum wir gute Nachrichten brauchen