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Merkel besucht Prag und stößt auf Kritik: "Die deutsche Willkommenskultur ist Unsinn"

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ANGELA MERKEL
Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Tschechien. | Hannibal Hanschke / Reuters
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  • Angela Merkel fliegt an diesem Donnerstag nach Tschechien
  • Dort ist sie so unbeliebt wie kaum ein anderer Politiker
  • Viele Tschechen lehnen ihre liberale Flüchtlingspolitik ab

Es ist gerade einmal etwas länger als ein Jahr her, da wäre ein Besuch für Angela Merkel (CDU) in Prag eine einzige Party geworden. Doch bei ihrem heute anstehenden Staatsbesuch in Tschechien dürfte die deutsche Bundeskanzlerin die Öffentlichkeit wohl eher meiden.

Noch vor gut einem Jahr vertrauten 70 Prozent der Menschen in dem an Deutschland grenzenden Land der Kanzlerin und ihrer Politik. Sie schätzten die CDU-Chefin, die in jungen Jahren sogar einige Zeit in Tschechien gelebt hatte.

Selbst Putin ist beliebter

Doch einem Bericht der Tageszeitung "Welt" zufolge ist Merkels Beliebtheit, seit sie damals die ersten Flüchtlinge aus Ungarn ins Land ließ, um die Hälfte eingebrochen.

Eine Prager Zeitung berichtete am Wochenende laut "Welt" sogar von einem Beliebtheitswert von lediglich 18 Prozent. Selbst der russische Staatschef Wladimir Putin ist im russlandkritischen Land an der Moldau beliebter. Damit ist die Kanzlerin dort noch weit unbeliebter als in Deutschland.

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In Tschechien ist die Ablehnung der deutschen Flüchtlingspolitik besonders groß. Die Prager Regierung gilt in Sachen Flüchtlingspolitik als Hardliner innerhalb der Europas. Die Tschechen bleiben lieber unter sich.

"Ich würde ihr erklären, dass ich ihre Migrationspolitik ablehne, die ihr völlig aus der Hand geglitten ist", ließ der dortige Finanzminister Andrej Babis gerade erst verlauten, als er darüber sprach, was er Merkel sagen würde, wenn er sie träfe.

Präsident Milos Zeman wird Merkel kurz bei sich auf der Prager Burg empfangen. Er nannte die deutsche Willkommenskultur dieser Tage schlicht "Unsinn".

Tschechien würde am liebsten keine Flüchtlinge aufnehmen

4000 Flüchtlinge sollte das Nachbarland den EU-Plänen von 2015 zufolge aufnehmen. Doch im Februar 2016 hatte dort noch kein einziger die Grenze überschritten.

Die Skepsis der tschechischen Regierung hat Gründe. Mehr als vier von fünf Tschechen (82 Prozent) sind der Meinung, dass Flüchtlinge eine Bedrohung für ihr Land darstellen. Sie nehmen Merkel ihre liberale Asylpolitik übel. Es wird also ein schwieriger Gang für die Kanzlerin.

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