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Vor einem Jahr bekam dieser Mann ein neues Gesicht – so sieht er jetzt aus

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PATRICK HARDISON
Vor einem Jahr erhielt Patrick Hardison ein neues Gesicht | Mike Segar / Reuters
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  • Patrick Hardison erhielt vor einem Jahr die bisher aufwendigste Gesichtstransplantation
  • Der 42-Jährige sprach auf einer Pressekonferenz über die Fortschritte seiner Genesung
  • Sein Chirurg sprach dort von einer "neuen Ära der Transplantationen"

Vor einem Jahr gingen die Bilder des heute 41-jährigen Feuerwehrmanns Patrick Hardison um die Welt - sein Gesicht ist ein Symbol für die Möglichkeiten der modernen Chirurgie.

Der Amerikaner war bei einem Einsatz vor mehr als zehn Jahren schwerstens entstellt worden und hatte im August 2015 eine der bislang umfangreichsten Gesichtstransplantationen erhalten.

Nur ein Jahr nach der OP kann Hardison wieder ein normales Leben führen.

patrick hardison

"Niemand starrt mich mehr an, es rennen keine Kinder mehr schreiend vor mir weg. Ich bin einfach nur ein ziemlicher normaler Typ", sagte der fünffache Familienvater in einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Vor der Transplantation musste sich Harding über 70 Operationen unterziehen

Als freiwilliger Feuermann war Hardinson im Alter von 27 Jahren in ein Haus gerannt, um eine Frau zu retten, als das Dach einstürzte, berichtete der Sender NBC.

Er erlitt nach Klinikangaben starke Verbrennungen im Gesicht, am Hals und am gesamten Oberkörper. Er verlor seine Augenlider, Ohren, Lippen, den größten Teil der Nase und seine Haare. Nur mit Hilfe eines Beatmungsgeräts und einer Magensonde konnte er am Leben gehalten werden.

Es folgten über 70 Operationen, bevor er auf den Transplantationsexperten Eduardo Rodriguez traf. Nach über einem Jahr Vorbereitung wagte dessen Team die Operation am 14. August 2015.

patrick hardison

26 Stunden lang operierten insgesamt 100 Spezialisten Hardison. Sie gaben ihm ein Gesicht, die obere Schädelhaut, beide Ohren, Wangen- und Kinnknochen, sowie eine Nase.

"Ich würde es jederzeit wieder tun"

"Der Weg zu meiner Genesung war lang und schwer. Aber ich würde es jederzeit wieder tun", kommentierte Hardison nun seine aufwendige Operation.

Die neuen Augenlider und die Fähigkeit zu blinken hätten ihm sehr dabei geholfen, seine Sehfähigkeit zu verbessern, erklärte der ehemalige Feuerwehrmann in der Pressekonferenz. Seine Kinder zur Schule fahren zu können, genieße er sehr.

"Meine Familie und ich haben im Juni einen Ausflug nach Disneyland gemacht und ich bin mit meinen Kindern im Pool geschwommen - das erste Mal seit 15 Jahren", erzählte der Familienvater. Sein Leben habe sich rundum verändert.

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Möglich gemacht hatte das ein Spender, der jung verstorben war. Dessen Familie wolle er so bald wie möglich treffen, um sich zu bedanken, teilte Hardison auf der Pressekonferenz mit.

Sein Chirurg, Dr. Eduardo Rodriguez, Chefarzt der plastischen Chirurgie am NYU Langone Zentrum in New York City, zeigte sich dort zufrieden mit dem Zustand seines Patienten.

Behandelnder Arzt: "Genesung übertrifft alle Erwartungen"

"Wir sind überwältigt von Patricks Genesung - das übertrifft alle unsere Erwartungen", sagte Rodriguez im Interview mit der amerikanischen Nachrichtenseite "NBC News".

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"Wir haben eine neue Ära im Bereich der Transplantationen erreicht", fügte er hinzu. Die aktuellen Fortschritte in diesem Bereich eröffne ganz neue Möglichkeiten für Menschen wie Patrick, meint der Mediziner.

Auch Hardison selbst will in Zukunft anderen Menschen mit ähnlichen Schicksalen, die sich für eine Gesichtstransplantation entscheiden, auf ihrem Genesungsweg begleiten.

"Es gibt definitiv Hoffnung", sagte Hardison am Mittwoch.

Mit Material der dpa

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(vr)