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Angeklagter nannte Claudia Roth "ekelhaft" - bei der Urteilsverkündung dreht er vollkommen durch

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CLAUDIA ROTH
Brühler Mechaniker nannte Claudia Roth "ekelhaft" - jetzt musste er sich vor Gericht verantworten | Thomas Peter / Reuters
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Am Brühler Amtsgericht musste sich ein 41-jähriger Mechaniker wegen Beleidigung in zwei Fällen verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, die ehemalige Flüchtlingskoordinatorin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, als "ekelhaft“ bezeichnet zu haben.

Im zweiten Anklagepunkt ging es um seine Äußerung "Scheiß Flüchtlinge“. Der Angeklagte soll sie einem Verwandten der Nachbarn seiner Eltern in Brühl zugerufen haben. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 50 Euro.

Der 41-Jährige gab laut der Zeitung "Kölner Stadtanzeiger“ während der Verhandlung zu, Claudia Roth "ekelhaft“ genannt zu haben. Er sagte aber auch, dass er darin keine Beleidigung sehe. "Ekel ist einer der sieben Primäreffekte des Menschen“, sagte er in einer umfassenden Einlassung.

Der Angeklagte wedelte nach der Urteilsverkündung mit Geldscheinen

Er warnte darin außerdem vor einer "gefährlichen Überfremdung unserer Heimat“ und äußerte sich negativ über Flüchtlinge und die Flüchtlingskoordination von Claudia Roth: "Sie hat sich ihre ekelhafte Visitenkarte selbst ausgestellt“, sagte er.

Mehrmals musste die Richterin den Angeklagten ermahnen, ruhig zu bleiben. Im zweiten Anklagepunkt, der Beleidigung einer Nachbarsfamilie mit Migrationshintergrund, war er sich keiner Schuld bewusst. Obwohl mehrere Zeugen aussagten, die Beschimpfung gehört zu haben, bestritt der Mechaniker sie.

Auch zwei der Zeugen mussten mehrmals vom Gericht diszipliniert werden, da sie sich eine hitzige Diskussion mit dem Angeklagten lieferten. Während der Urteilsverkündung herrschte Unruhe im Gerichtssaal. Die Richterin musste das Publikum um Ruhe bitten, mehrere Zuschauer bezeichneten das Urteil laut als "Verarschung“.

Der Anklagte soll nach der Urteilsbegründung ein Bündel Geldscheine aus seinem Sakko geholt und gesagt haben: "Ich habe genug Spielgeld für die Berufung“.

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(pb)