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Wie sich AfD-Politikerin von Storch beim "Donnerstalk" um Kopf und Kragen redete

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  • Die AfD versucht mit ihrem Wahlprogramm, es jedem recht zu machen
  • Das zeigte sich bei "Donnerstalk" mit Dunja Hayali
  • Hier verwickelte die AfD-Politikerin Beatrix von Storch sich in Widersprüche
  • Die haarsträubenden Aussagen seht ihr im Video oben

Das Wahlprogramm der AfD scheint nicht oft gelesen zu werden. Die Partei will es jedem recht machen. Sie schimpft auf Migranten und die Eliten, um die Stimmen der Frustrierten zu gewinnen. Gleichzeitig will sie aber Sozialleistungen kürzen und die Erbschaftssteuer abschaffen, um auch die Unternehmer zu erreichen.

Beim gestrigen "Donnerstalk" mit Dunja Hayali im ZDF entlarvte die Berliner Landesvorsitzende Beatrix von Storch diese widersprüchliche Haltung selbst. Im Gespräch mit Justizminister Heiko Maas (SPD) stellte sie sich als die Vertreterin der Mutter dar, "deren Sohn sein Sparschwein zerschlägt, um ihr 15 Euro zu geben". Aber ist sie das tatsächlich?

Als es um den Mindestlohn ging, verwickelte sich von Storch in Widersprüche

Als das Gespräch auf die Haltung der AfD zum Mindestlohn ging, verwickelte sich von Storch in Widersprüche. Sie konnte nicht wirklich darlegen, ab die AfD für oder gegen das Mindesteinkommen ist.

"Sie wollen den kleinen Menschen helfen und dann sind sie gegen den Mindestlohn?", fragt Hayali von Storch.

Die erwidert, die Partei habe nach langer Diskussion das Mindesteinkommen beschlossen. "Wir unterstützen den Mindestlohn." Sie persönlich mache sich allerdings Sorgen um Arbeitsplätze der Geringqualifizierten.

"Es gibt eine Dissonanz"

Jetzt ist Moderatorin verdutzt. "Die Ablehnung des Mindestlohns steht doch in Ihrem Wahlprogramm", sagt sie über die Pläne des Berliner Landesverbandes, dem von Storch vorsitzt. Im Bundesprogramm ist die Partei also für den Mindestlohn, der Berliner Landesverband ist gegen ihn, seine Vorsitzende aber behauptet wiederum, für ihn zu sein.

"Im Berliner Wahlprogramm steht die Ablehnung des Mindestlohns drin - insofern ist es eine Dissonanz", gibt von Storch zu. Viel wichtiger sei es aber, sich die Frage zu stellen, ob man einen Sozialstaat oder offene Grenzen wolle.

Jetzt greift der Justizminister ein: "Sind Sie für oder gegen den Mindestlohn?", fragt er verwundert.

Von Storchs Ausrede löst Lacher Im Publikum aus

"Wir haben ein Grundsatzprogramm beschlossen und das trage ich voll mit."

Ein kurzer Moment der Stille.

Hayali hakt nach: "Wenn Sie doch die Landesvorsitzende in Berlin sind, wie kann es sein, dass die Ablehnung des Mindestlohns im Parteiprogramm steht, wenn Sie eigentlich sagen, dass Sie dafür sind?"

Von Storch weicht aus: "Man sich da natürlich festbeißen, aber das löst die Probleme der Menschen nicht."

Lacher im Publikum.

Und so zeigt sie, was die AfD wirklich ist: eine Partei der falschen Versprechungen.

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(sk)