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Wegen Diabetes und Übergewicht: CDU- und SPD-Politiker fordern Zuckersteuer

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COCA COLA DRINK
Drew Angerer via Getty Images
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  • Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Softdrinks unter die Lupe genommen
  • Mit erschreckendem Ergebnis: 60 Prozent der Getränke enthalten zu viel Zucker
  • Politiker fordern deshalb Konsequenzen: eine Zuckersteuer für die Hersteller

26 Stück Würfelzucker – so viel kann allein in einem Energydrink stecken. Das geht aus einer Marktstudie der Verbraucherorganisation Foodwatch zu Softdrinks hervor.

Viel zu viel – sagen nicht nur Tester. Auch Politiker haben keine Lust auf den Zuckerschock. Und fordern deshalb Konsequenzen.

Konkret: Eine Zuckerabgabe von Herstellern. CDU-Politiker Dietrich Monstadt, Mitglied im Gesundheitsausschuss im Bundestag, hält diese für sinnvoll und notwendig.

“Wenn die Gesellschaft nicht gegensteuert, besteht die Gefahr, dass in zehn Jahren jeder vierte Deutsche ein Diabetiker ist", warnt Monstadt in der Zeitung “Bild”.

Mehr als die Hälfte der Produkte zu viel Zucker

Rund 60 Prozent der Produkte, die Foodwatch untersuchte, bestanden zu mehr als fünf Prozent aus Zucker. Insgesamt untersuchte die NGO mehr als 450 Produkte.

In mehr als einem Drittel (37 Prozent) der Flaschen und Dosen wiesen die Kontrolleure sogar mehr als acht Prozent Zucker nach – das entspreche sechseinhalb Stück Würfelzucker auf 250 Milliliter. Lediglich 55 Getränke waren zuckerfrei, fast 90 Prozent davon enthielten jedoch Süßstoffe.

Künast: Erst mal abwarten

Auch Edgar Franke vom Koalitionspartner SPD hält eine Zuckerabgabe deshalb für geboten: „Eine Zuckersteuer ist sinnvoll. Gleichzeitig müsste man aber die Mehrwertsteuersätze für ‘gesunde’ Lebensmittel senken“, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses.

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Verhaltener zeigt sich die Opposition: Renate Künast, Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz, möchte erstmal warten. „Ich würde erst mal schauen, wie die Zuckerabgabe in Großbritannien wirkt“, sagte die Abgeordnete der Grünen.

Großbritannien: Viel Zucker, hohe Steuern

Denn auf der Insel ist man in Sachen Zuckersteuer schon einen Schritt weiter. Die britische Regierung gab im März bekannt, sie wolle Unternehmen ab 2018 zur Kasse bitten, die Geld mit zuckersüßen Softdrinks verdienen.

Es soll, je nach Zuckergehalt, zwei Stufen geben: ab fünf Gramm und ab acht Gramm pro 100 Milliliter. Natürlich ist die Getränkeindustrie dagegen, denn sie soll ja zahlen. Wie viel, ist noch offen.

Jeder zweite Erwachsene übergewichtig

Auch in Deutschland ist man sich einig, dass zu viele Menschen zu dick sind und dass Diabetes, Gelenkbeschwerden und andere Folgeerkrankungen ein großes Problem darstellen.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine klare Sprache. Laut den letzten Erhebungen ist “jeder zweite Erwachsene in Deutschland übergewichtig”. Aber wer schuld dran ist und wie man es ändern soll, das ist weniger eindeutig.

Mit Material der dpa

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