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Ehemaliger Bundespräsident Walter Scheel ist tot

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WALTER SCHEEL
Walter Scheel ist tot | Thomas Koehler via Getty Images
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  • Der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel ist am heutigen Mittwoch nach schwerer Krankheit gestorben
  • Scheel blickte auf eine außergewöhnliche politische Karriere zurück
  • Er amtierte in den Sechziger- und Siebzigerjahren unter anderem als FDP-Chef, Bundesminister, Außenminister und Vizekanzler

Der frühere Bundespräsident Walter Scheel ist tot. Das berichtet die Nachrichtenseite "Süddeutsche.de" unter Berufung auf das Bundespräsidialamt. Ein FDP-Sprecher bestätigte die Nachricht kurze Zeit später.

Der ehemalige FDP-Politiker ist demnach am heutigen Mittwoch im Alter von 97 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Er hatte seit Jahren in einem Pflegeheim in Bad Krozingen bei Freiburg gelebt.

In den vergangenen Jahren hatte sich Scheel, gesundheitlich angeschlagen und unter Demenz leidend, nur noch selten in der Öffentlichkeit gezeigt. Ein Streit über seine Pflege machte zuletzt Schlagzeilen.

Walter Scheels außergewöhnliche Karriere

Scheel hatte eine außergewöhnliche politische Karriere hinter sich.

Walter Scheel wurde am 8. Juli 1919 in Solingen als Sohn eines Stellmachers geboren. 1946 trat er in die FDP ein. Der gelernte Bankkaufmann und Wirtschaftsberater war fast 25 Jahre lang Abgeordneter.

Nachdem er mehrere Jahre für den Bundestag aktiv war, wurde Scheel 1961 der erste Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit unter den CDU-Kanzlern Konrad Adenauer und Ludwig Erhard sowie später unter Brandt. Unter Adenauer war Scheel der erste Entwicklungshilfeminister der Republik.

1968 übernahm Scheel den Vorsitz der FDP, bevor er ein Jahr später zugleich Außenminister und Vizekanzler der damaligen sozial-liberalen Koalition unter Willy Brand wurde.

"Keine Ostpolitik ohne Walter Scheel"

An der Seite Brandts setzte Scheel die umstrittenen Ostverträge durch und vollzog eine Neuausrichtung der Ostpolitik. Annäherung war sein Ziel.

Damals war diese neue Ostpolitik umstritten, heute wird sie als Grundstein für die Deutsche Einheit angesehen. "Willy Brandt konnte nur deshalb das Land verändern, weil er mit Walter Scheel einen kongenialen Partner hatte", sagt der heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Scheel war schließlich von 1974 bis 1979 Bundespräsident und damit viertes Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde als singender Bundespräsident ("Hoch auf dem gelben Wagen") äußerst populär.

Bundesjustizminister Heiko Maas reagierte als einer der ersten auf Scheels Tod. Er twitterte ein Zitat des Altpräsidenten.

Auch der Sender SWR erinnert mit einem starken Zitat an Scheel:

In Erinnerung blieb Scheels ausgeprägtes Redetalent. Der Liberale mit dem markanten von Silberlöckchen umrahmten Kopf gab dem Amt des Bundespräsidenten rhetorischen Glanz, betonte gleichzeitig die Nähe zum Volk.

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(sk)