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Frühstück bei Tiffany-Autor Truman Capote: Seine Asche wird versteigert

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Truman Capote im legendären Studio 54

Ob dem exzentrischen Schriftsteller das gefallen würde? Die Asche von Truman Capote (1924-1984, "Frühstück bei Tiffany", "Kaltblütig") soll in Los Angeles versteigert werden, berichtet der "Guardian". Das Mindestgebot liegt demnach bei 2.000 US-Dollar. Stattfinden soll die makabre Auktion im September, 32 Jahre nach dem Tod des Star-Autors.

Der Chef des Auktionshauses Julien's Auctions, Darren Julien, sieht kein Problem darin, die sterblichen Überreste zu versteigern: "Bei einigen Stars wäre das nicht geschmackvoll, aber ich bin mir 100 Prozent sicher, dass er das lieben würde", sagt Julien der Zeitung über Capote. Der Schriftsteller habe seinen Namen immer gerne in der Zeitung gelesen. "Ich denke, er würde es lieben, dass er auch heute noch für Schlagzeilen sorgt."

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"Es passt"

Die Asche gehört zu den Besitztümern von Joanne Carson, der im vergangenen Jahr verstorbenen Frau des ehemaligen "Tonight Show"-Moderators Johnny Carson. Sie war eng mit Capote befreundet, in ihrem Haus in Bel Air hatte der Autor sogar sein eigenes Schreibzimmer. Und Capote starb auch bei Carson zuhause: 1984 erlag er im Alter von 59 Jahren einem Krebsleiden. Nach dem Tod von Carson sei schließlich entschieden worden, dass Capotes Asche mit in die Versteigerung am 24. September aufgenommen werde, heißt es.

"In diesem Fall passt das, weil es wirklich das verkörpert, was Truman Capote war und was er geliebt hat", meint Julien weiter. Truman soll seiner Gastgeberin Joanne gesagt haben, dass er nicht wolle, dass seine Asche auf einem Regal stehe. Das sei nun eine Möglichkeit, seiner Bitte nachzukommen. "Es ist nur eine Weiterführung der Abenteuer von Truman Capote." So viel er wisse, wäre es das erste Mal, dass menschliche Asche versteigert werde, so der Auktionshaus-Chef. Capotes Asche war nach seinem Tod in dem Raum aufbewahrt worden, in dem er starb. Angeblich wurde sie bereits zweimal gestohlen, ist aber immer wieder gefunden worden. Die Produzenten der Broadway-Version von "Breakfast at Tiffany's" luden die Asche 2013 zur Eröffnungs-Gala ein, aber Carson lehnte ab, aus Angst, es könne wieder etwas passieren.