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Foodwatch: Zucker-Abgabe für Hersteller gefordert - wegen dieses Testergebnisses

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DRINK SUMMER
Erfrischungsgetränke - auch für Kinder - haben zu meist viel Zucker | Paul Bradbury via Getty Images
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  • Foodwatch machte den Zucker-Test bei Erfrischungsgetränken
  • Bis zu 26 Würfel Zucker waren in einem Energydrink enthalten
  • Zucker fördert Diabetes
  • Experten fordern jetzt eine Zucker-Abgabe für Hersteller

Viele Erfrischungsgetränke sind in Deutschland vor allem süß - das ergab ein Test der Verbraucherorganisation Foodwatch. So fanden sich bei 60 Prozent der insgesamt 463 untersuchten Limonaden, Energydrinks, Fruchtsäften, Schorlen, Brausen und Eistees mehr als fünf Prozent Zucker. Das teilte Foodwatch am Mittwoch mit.

In mehr als einem Drittel (37 Prozent) der Flaschen und Dosen wiesen die Kontrolleure mehr als acht Prozent Zucker nach - das entspreche sechseinhalb Stück Würfelzucker auf 250 Milliliter.

Lediglich 55 Getränke waren zuckerfrei, fast 90 Prozent davon enthielten jedoch Süßstoffehttp://www.huffingtonpost.de/2015/06/15/studie-light-cola-toedlich_n_7586450.html.

Zu viel flüssiger Zucker gefährdet die Gesundheit

Der Zusatz von Süße ist aber nicht nur Geschmackssache, sondern auch ein Gesundheitsrisiko: "Flüssiger Zucker in Form von Getränken erhöht das Risiko für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes", sagt Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Uniklinikums Leipzig, bei der Vorstellung der Studie.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in ihrer jüngsten Richtlinie aus dem Jahr 2015 im Mittel nicht mehr als sechs Teelöffel (25 Gramm) Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln pro Tag. Dies einzuhalten reduziere das Risiko von Übergewicht, Fettsucht und Karies.

In der Realität liege die Zuckeraufnahme durch Lebensmittel in Deutschland bereits bei 90 Gramm pro Tag, sagte Andreas Pfeiffer, Ernährungswissenschaftler am Berliner Uniklinikum Charité. Getränke seien nur ein Teil davon und fielen vor allem bei Kindern ins Gewicht. Zucker sei aber auch in Produkten wie Joghurt versteckt.

Süßestes Getränk im Foodwatch-Test: ein Energydrink

Nach Angaben von Foodwatch liegt in Deutschland der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an zuckergesüßten Getränken bei mehr als 80 Litern pro Jahr. Die süßesten getesteten Limonaden enthielten 13,4 Prozent Zucker.

Der süßeste Getränk im Test, ein Energydrink, kam auf 16 Prozent Zucker - das entspricht 78 Gramm oder 26 Zuckerwürfeln in einer 500-Milliliter-Dose, wie die Tester schreiben.

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Zucker-Abgabe und Lebensmittel-Ampeln gefordert

Foodwatch fordert deshalb eine Zucker-Abgabe für die Getränke-Industrie. Ein Vorbild könnte Großbritannien sein. Die Insel will ab 2018 eine Zucker-Steuer für Hersteller einführen, um die Zahl der gesüßten Getränke zu reduzieren.

Auch der Politiker Dietrich Monstadt (CDU), der Mitglied im Gesundheitsausschuss im Bundestag ist, hält diese für sinnvoll und notwendig.

Ein weiterer Schritt wäre für die Verbraucherschützer eine Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln in den Farben einer Ampel. Auch eine gesetzliche Beschränkung der Werbung, die sich mit Spielzeugbeigaben oder Comicfiguren speziell an Kinder richtet, fordert Foodwatch.

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(sk)