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Investiert fünf Minuten am Tag - und ihr werdet sofort ein glücklicheres Leben führen

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Investiert fünf Minuten am Tag - und ihr werdet sofort ein glücklicheres Leben führen | Balazs Kovacs via Getty Images
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Janice Kaplan hat etwas ausprobiert. Die Journalistin hatte sich in den Kopf gesetzt, ein Jahr lang dankbar sein zu wollen. Dankbar nicht nur für das große, sondern für das kleine Glück.

Sie hat es durchgezogen.

Am Ende des Versuchs stand ein Buch: "The Gratitude Diaries" oder "Das große Glück der kleinen Dinge". Im Oktober wird es auch auf Deutsch erscheinen.

Glück ist weniger das, was sie erfuhr, als das, was sie sehen wollte

Am Ende des Versuchs stand außerdem eine Einsicht. Eine, über die Kaplan zwar schon in Studien gelesen hatte, die sie aber nun selbst erfahren hatte.

Dass Dankbarkeit ihr Leben veränderte. Dass ihr Wohlbefinden weniger von dem abhing, was in ihrem Leben passierte als davon, wie sie die Dinge sah.

"Ich bin weder rührselig noch spirituell", schreibt Kaplan über sich selbst. Und sie wollte ihr Experiment auch mit der kritischen Distanz einer Journalistin anpacken, schließlich war sie mehrere Jahre lang Chefredakteurin des Sonntagsmagazins "Parade" mit mehr als 50 Millionen Lesern gewesen.

Dankbar sein - da muss man schon selbst was tun

Allerdings merkte sie, dass das so nicht funktionierte. Beobachten reichte nicht, sie selbst musste nachfühlen, was ihr am Tag Gutes passiert war.

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Sie musste lernen, dass ein Stau eben ein Stau ist. Aber dass er sich eben keinen Deut schneller auflöst, nur weil sie genervt ist.

Sie musste lernen, sich nicht über den Schnee zu ärgern, den ihr der Hausmeister versehentlich auf die Schuhe schippte. Sondern sich zu freuen, dass sie nicht selbst räumen musste.

Danke sagen - eine einfache Sache mit großem Effekt

Und es gibt da noch etwas, das Kaplan erlebte: welchen Effekt es hat, anderen zu danken, wenn sie einem Gutes getan hatten.

"Manchmal ist es einfacher, dem Barista oder dem Postboten danke zu sagen als der Person, mit der Mann das Bett teilt", schreibt Kaplan.

Und sie hat auch einen Verdacht, woran das liegt: Sie hatte sich einfach schon daran gewöhnt, dass er Dinge tat, die sie freuten. Sie musste also nicht ihn ändern, um dankbar zu sein. Sie musste nur genauer hinschauen. Und es ihm sagen. "Es war vermutlich das beste Jahr, das wir je zusammen verbracht haben."

Forschung gibt Kaplan recht

Verschiedene Wissenschaftler haben das, was Kaplan beschreibt, bereits belegt. Forschung zum Thema liegt im Trend, viele Studien befassen sich mit dem Thema, klopfen den Effekt von Dankbarkeit auf Gesundheit, Erfolg, Partnerschaft ab.

"In der Forschung, die sich mit positiver Psychologie beschäftigt, wird Dankbarkeit in einen starken und steten Zusammenhang mit größerem Glücksgefühl gebracht", heißt es in den "Harvard Health Publications“. "Dankbarkeit hilft den Menschen, positivere Gefühle zu empfinden, gute Erfahrungen zu genießen, ihre Gesundheit zu verbessern, mit Problemen klarzukommen und starke Beziehungen aufzubauen."

Forscher haben zudem belegt, dass Manager, die ihren Leuten für ihre Arbeit dankten, oft engagiertere Mitarbeiter hatten.

Dankbarkeit gegenüber sich selbst

Kaplan hat sich auch mit einer Fitnesstrainerin unterhalten. Denn Kaplan, so schreibt sie es in ihrem Buch, hatte schon in vielen Situationen Dankbarkeit empfunden, sich über das gefreut, was war.

Nur auf dem Laufband – da überwog der Ärger über ihre Pfunde die Dankbarkeit.

Die Trainerin riet ihr, an sich zu glauben. Dankbar zu sein, dass ihre Arme schon ordentlich trainiert waren, wenn es auch die Beine noch nicht waren. Dankbar dafür, dass sie gesundes Essen kaufen konnte. Dankbar dafür, dass sie sich zum Training aufgerafft hatte.

"Investiere fünf Minuten am Tag, um daran zu denken, dass du es schaffst und dass du dankbar dafür bist", sagt sie ihr.

Kaplan war verblüfft. Monatelang schon dankte sie dem Leben, dankte sie anderen. Nur war sie nicht auf die Idee gekommen, auch sich selbst dankbar sein zu dürfen. Sich annehmen zu dürfen, wie sie war.

Ein Mischmasch vieler Gefühle

In Kaplans Buch kommt vieles zusammen. Dankbarkeit. Gelassenheit. Optimismus. Selbstvertrauen ... Wissenschaftlich gesehen müsste man differenzieren - auch wenn es schwerfällt, weil vieles sich vielleicht nicht gerade bedingt, aber doch beeinflusst.

Letztlich aber gehören all diese Facetten zu einer Haltung.

Einer, die nicht neu ist, könnte man sagen, wenn man miesepetern will. Philosophen wie Marc Aurel haben sich schon vor 2000 Jahren daran abgearbeitet. Er soll gesagt haben: "Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab." Im Christentum spielt der Dank in vielen Gebeten eine wesentliche Rolle, Gläubige feiern ein Fest namens Erntedank.

Die Liste ist endlos.

Wenn man es positiv sehen will, könnte man sagen: Das Konzept der Dankbarkeit ist ein Klassiker. Und er passt ganz offenbar in jede Zeit, in jede Kultur. Und kann wohl auch unser Leben besser machen.

Wie man Dankbarkeit pflegen kann

In den "Harvard Health Publications" sind einige Tipps aufgelistet, wie man Dankbarkeit pflegen kann - ganz individuell.

Mit einen Dankesbriefen an andere – oder an einen selbst.
Mit einem lieben Gedanken an jemanden, der einem etwas Gutes getan hat.
Mit einem Gebet.
Mit Meditation.

Es gibt viele Wege, dankbar zu sein.

Die Autorin dieses Artikels jedenfalls dankt euch fürs Lesen. Hier schriftlich. Und in Gedanken.

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Mehr Dinge, die glücklich machen, gibt es hier.

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(lk)