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Vollverschleierung: Lehrergewerkschaft gegen Burka-Verbot im Unterricht

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KOPFTUCH
Eine Frau mit Kopftuch in der Schule | AP
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  • Die Lehrergewerkschaft GEW hat sich gegen ein Burka-Verbot an Schulen ausgesprochen
  • Ähnlich hat sich Niedersachsens Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf geäußert
  • Für sie ist der Schulbesuch entscheidend für die Integration

Der Anblick von verschleierten Schülerinnen ist vielen fremd und suspekt. Aber darf er deshalb ein Grund sein, die Trägerin eines Nikab von der Schule auszuschließen?

Ja, urteilte am Montag das Osnabrücker Verwaltungsgericht und lehnte die Beschwerde einer 18-jährigen Muslimin ab, die an einem Abendgymnasium ihr Abitur machen will, aber wegen ihrer Nikab-Verschleierung ausgeschlossen wurde.

Jetzt haben sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Niedersachsens Migrationsbeauftragte Doris Schröder-Köpf in die Debatte eingeschaltet - und fordern, Schülerinnen mit Körperbedeckung den Zugang zu Schulen zu gewähren.

"Ein Verbot der Vollverschleierung ist der vollkommen falsche Weg. Wir dürfen Frauen nicht nur deswegen von Bildung ausschließen, weil sie Burka oder Nikab tragen", sagte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Schulbildung soll Integration ermöglichen

Denn: Schulbildung sei entscheidend für die Integration der jungen Frauen. "Im Unterricht kann sich das Selbstbewusstsein herausbilden, das nötig ist, um entgegen der Familientradition den Schleier abzunehmen", sagte sie. Dieser Prozess dürfe durch Ausschlüsse nicht noch behindert werden.

Schröder-Köpf äußert zwar Verständnis für Schule und Gericht. Dennoch könne "die Gesellschaft kein Interesse daran haben, eine bildungshungrige junge Frau generell vom Erlangen der Hochschulreife fernzuhalten".

De Maizière will Verschleierung in Schulen per Gesetz verbieten

Gegen das Urteil ist noch eine Beschwerde möglich - bis dahin gilt zumindest in diesem Fall, dass eine Vollverschleierung in der Schule keinen Platz hat. Nach dem Willen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière soll es dabei auch bleiben: Am Sonntag sprach er sich zwar erneut gegen ein generelles Verbot der Körperverhüllung aus, verteidigte aber das geplante Burka-Teilverbot.

Demnach sollen sich Frauen in deutschen Schulen, Gerichten, Ämtern, oder im Straßenverkehr nicht mehr voll verschleiern dürfen. "In bestimmten Bereichen ist es für das Funktionieren unserer Rechtsordnung unverzichtbar, auch rechtlich einzufordern, dass alle Menschen ihr Gesicht zeigen”, sagte de Maizière der “Bild am Sonntag”.

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