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Hypnose: Was die therapeutische Hynose kann - und wem sie nutzt

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HYPNOSIS
Hypnose mit einem Pendel - das ist mehr als ein Show-Effekt | & Deni Mcintyre Will via Getty Images
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Bereits seit 1770 zählt Hypnose zu den angewandten Methoden der modernen Wissenschaft und Medizin. Dabei erzielt eine Hypnose eine Form der Tiefenentspannung im wachen Bewusstseinszustand. Viele Menschen beschreiben eine Hypnose ähnlich einem Traumzustand.

Mittels beruhigender Worte versetzt der Therapeut den Patienten in einen angenehmen Trancezustand. Der Zustand wird auch als hypnotische Trance bezeichnet, erklärt unter anderem die Zeitung "Welt" online. .

Dieser veränderte Bewusstseinszustand bietet die Möglichkeit, tief greifende physiologische und psychische Veränderungen vorzunehmen. Hypnose als Heilmethode ist nicht zu verwechseln mit der sogenannten Blitzinduktion. Diese Form der Hypnose ist insbesondere aus dem Entertainment-Bereich bekannt und zählt nicht zu den therapeutischen Methoden. Das betont die Internationale Gesellschaft für integrative Tiefenpsychologie (GTH).

In der therapeutischen Form hat der Patient stets die Kontrolle über sich selbst und kann jederzeit die Hypnose selbst abbrechen. Die Wirksamkeit der Hypnotherapie ist wissenschaftlich gut belegbar, wie rund 200 Studien aufzeigen. Diese listet zum Beispiel die Milton-Erickson-Gesellschaft für klinische Hypnose unter Dirk Revenstorf von der Universität Tübingen (MEG) auch auf.

Die Anwendungsgebiete von Hypnotherapie

Die Wirksamkeit der modernen Hypnotherapie zeigt sich bereits an den vielseitigen Anwendungsgebieten innerhalb der Psychotherapie. Bereits wenige Sitzungen können deutliche Veränderungen zeigen und bewirken.

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Dabei nutzt die Hypnotherapie positive körpereigene Kräfte und Erfahrungen. Diese werden im Trancezustand positiv bestärkt und aktiviert. Diese Form der Hypnose zeigt ihre Stärken insbesondere in der Schmerztherapie, bei Schlaflosigkeit, Unruhe oder nach körperlich anstrengenden Eingriffen wie Operationen. Hier wirkt die Hypnose oft schmerzlindernd und beruhigend.

Chronische Schmerzpatienten finden in diese therapeutischen Trance oftmals langfristige Erleichterung. Klienten, die abnehmen oder das Rauchen aufgeben möchten, profitieren dem "Welt"-Artikel zufolge ebenfalls von einer Hypnotherapie.

Doch Hypnose kann demnach noch viel mehr. Bei alltäglichen Problemen, Stress, Burn-out oder Depressionen zeigt die Hypnotherapie oft sehr gute Erfolge. Die körpereigenen Energien, die freigesetzt und bewusst wahrgenommen werden, steigern die Leistungsfähigkeit deutlich.

Bei tiefenpsychologischen Anwendungen wird die Hypnose meist unterstützend zur Therapie genutzt. Hier kann der Klient auch tief liegende Erinnerungen hervorrufen und gemeinsam mit dem Therapeuten bewältigen. So können Zwänge, Ängste oder andere Belastungsstörungen bewusst und doch vorsichtig behandelt werden. Seit 2006 ist die Hypnotherapie als eine wissenschaftlich fundierte Psychotherapie aufgrund von Studien anerkannt, wird auf der Seite derMEG erklärt.

Bei Interesse an einer Hypotherapie: Die Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) bietet eine Liste für von der Fachgesellschaft zertifizierten Hypnotiseure an. Die Kontaktdaten der geschulten Psychologen, Ärzte und Zahnärzte findet ihr auf der DGH-Informationsseite.

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Selbsthypnose: Alternative zur Therapie mit Hypnotiseuren?

Menschen, die sich für die Heilmethode der Hypnose interessieren, finden zahlreiche Fachbücher und Literatur zu der Selbsthypnose. Unter Fremdanleitung, etwa über eine Tonaufnahme, ist es denkbar, sich selbst zu hypnotisieren. Allerdings erfordert das Erreichen eines Trancezustandes viel Übung. Deshalb empfiehlt es sich anfangs, sich in die Hände eines erfahrenen Hypnotiseur zu begeben, betont auch Revenstorf in einem Artikel, den er veröffentlicht hat.

Insbesondere, wenn Hypnose zur Behandlung von psychischen Belastungen angewandt werden soll, ist eine hypnotherapeutische Begleitung sehr empfehlenswert. Durch die Unterstützung eines Therapeuten gelingt es leichter, den Kern der Problematik zu erkennen. Im Anschluss vereinfacht die Zusammenarbeit auch die Aktivierung des Unterbewusstseins, zum Beispiel, um Zwänge abzulegen.

Grundsätzlich sollte Interessenten der Hypnotherapie aber offen und positiv gegenüberstehen, um die gewünschten Effekte zu erzielen, betont die "Ärztezeitung". Nach einiger Zeit kann dann gemeinsam mit dem therapeutischen Hypnotiseur entschieden werden, ob eine Selbsthypnose infrage kommt. Grundsätzlich unterstützen Methoden wie Autogenes Training die Wirkung einer Hypnose-Sitzung.

Mehr zum Autogenen Training erfahrt ihr hier

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