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Schweden will gegen Bettler aus Rumänien vorgehen

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Bettler müssen möglicherweise bald Schwedens Straßen verlassen | Alexander Demianchuk / Reuters
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  • Die schwedische Regierung will gegen Bettler vorgehen
  • Ein entsprechendes Gesetz soll vor allem die Roma abschrecken

Schwedens Regierung erwägt ein hartes Vorgehen gegen Bettler: Das skandinavische Land möchte das Bitten um Almosen möglicherweise bald verbieten.

Rund 4.000 Menschen - vor allem Roma aus Rumänien - sollen laut einem Bericht der Nachrichtenseite "EUobserver" auf schwedischen Straßen betteln.

Schwedens Minister für die öffentliche Verwaltung, Ardalan Shekarabi, sieht sie dort am falschen Ort: "Betteln auf schwedischen Straßen kann nie die Probleme der Ausgrenzung und Armut in Rumänien und Bulgarien lösen."

Widerstand gegen Verbot innerhalb der Sozialdemokraten

Der Politiker der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens (SAP) fügte hinzu, die schwedische Regierung wolle das Sozialmodell verteidigen und weiterentwickeln. "Aber dazu gehört kaum, die Armut durch Betteln zu lösen.“

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Widerstand gegen das Vorhaben von Shekarabi kommt vom Parteikollegen Asa Regner. Der Minister für Gleichstellungsfragen forderte bereits im vergangenen Jahr die Schweden dazu auf, arme Menschen in Rumänien zu unterstützen – etwa durch Spenden an entsprechende Organisationen.

Wer wird kriminalisiert: Betteln oder Bettler?

Und der Koordinator der Regierung für Betteln, Valfridsson Martin, schrieb in einem Bericht Anfang dieses Jahres, dass es schwierige sein würde, die Praxis zu verbieten.

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"Mit dem Verbot kriminalisiert man entweder den Akt der Bettelei oder den Bettler. Ich glaube, beides ist keine gute Idee", sagte Valfridsson dem "Swedish Radio" im Mai.

Dänemark hat Bettel-Verbot durchgesetzt

Laut einer Umfrage würde die Hälfte der Wähler in Schweden ein Verbot unterstützen. Ein Viertel ist dagegen, der Rest ist unentschlossen.

Drei nordische Länder haben bereits zuvor ein Bettel-Verbot diskutiert: In Dänemark wurde das Verbot 2014 durchgesetzt, in Norwegen scheiterte es, da die nötigen Stimmen im Parlament fehlten. Ebenso in Finnland.

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(ben)