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Autogenes Training: Entspannungsverfahren gegen Stress

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MEDITATION
Meditation und Autogene Übungen in der Gruppe | Astrid Stawiarz via Getty Images
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  • Entspannungsverfahren für Stressgeplagte: Autogenes Training
  • Übungen zur effektiven Entspannung
  • Schlafstörungen und Kopfschmerzen ohne Medikamente heilen

Immer mehr Menschen leiden unter Zeitdruck und Stress, was zu psychischen und physischen Erkrankungen wie Schwindelgefühlen, Burn-out oder Depressionen führen kann. Zur sinnvollen Entspannung kann Autogenes Training beitragen, betonen verschiedene Quellen.

Die drei Stufen des Autogenen Trainings

Autogenes Training ist eine Behandlungsmethode aus der Psychologie und Psychiatrie. Der Begriff leitet sich von den lateinischen Wörtern auto = selbst und genere = hervorbringen ab.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen den drei Kategorien Grund-, Mittel- und Oberstufe - das betont zum Beispiel auch die Techniker Krankenkasse in ihrem kurzen Informationsartikel. Diese verfolgen jeweils einen bestimmten Zweck und verwenden entsprechende autogene Übungen.

Die Methode selbst wurde von Johannes Heinrich Schultz in den 1930er-Jahren entwickelt. Heute greift auch die Schulmedizin bei der Behandlung von psychischen Störungen gerne auf das Autogene Training zurück.

  • Grundstufe des Autogenen Trainings

In der Grundstufe werden zunächst Herzschlag und Atmung reguliert, indem der Bauch gewärmt und die Stirn gekühlt wird. Man entspannt sich.

  • Mittelstufe

Die Mittelstufe lehrt den Patienten mit autogenen Übungen negative Verhaltensweisen abzulegen und diese durch neue zu ersetzen.

  • Oberstufe

Ist die Oberstufe erreicht, ist der Patient in der Lage, sein Unterbewusstsein zu beeinflussen und Informationen daraus zu beziehen. Ist er zu Beginn noch darauf angewiesen, durch die Übungen geleitet zu werden, kann er später alleine trainieren. Das berichtete auch der Deutschlandfunk.

Eine Methode der Oberstufe ist beispielsweise das Klarträumen, bei dem der Patient imaginäre Reisen durch die Natur oder an ferne Orte unternimmt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Autogene Training auch von Kriegsgefangenen angewendet, um Belastungen besser standhalten zu können.

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So funktioniert Autogenes Training

Autogenes Training basiert auf Redewendungen oder Formeln, durch die der Patient sein Unterbewusstsein adressiert - auch bekannt unter dem Begriff Autosuggestion. Eine stille Körperhaltung und entspannte Muskeln fördern den Übungserfolg. Nach einer gewissen Übungszeit können schnell Entspannungseffekte erzielt werden und Schlafstörungen sowie Kopfschmerzen durch Autosuggestion gelindert werden. Das schreibt unter anderem das Medizin-Lexikon.

Das Entspannungsverfahren gliedert sich in mehrere Bestandteile wie Ruheübung, Schwereübung, Wärmeübung, Atem-Übung, Sonnengeflechtübung oder Kopf-Übung, zählt die Informationsseite "Neurologen und Psychiater im Netz" auf. Man bezeichnet diese demnach auch als Grund- oder Standardübungen.

Bei korrekter Anwendung steigert Autogenes Training unter anderem das Gedächtnis, vermindert Angstzustände und kann auch bei sportlichen Aktivitäten zur Leistungssteigerung eingesetzt. Seelische Gesundheit, Selbstdisziplin und Lernbereitschaft sind unerlässliche Voraussetzungen.

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Was kann Autogenes Training?

Das Ziel autogener Übungen ist es, einen selbst erschaffenen (autogenen), fast hypnotischen geistigen Zustand zu erreichen, jedoch ohne Muskelübungen oder Hypnose, sondern nur durch Konzentration, Ruhe, Atmung, Bauch-und Stirnübungen.

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Jede Übung sollte jederzeit durch tiefe Einatmung und Muskelanspannung autonom "zurückgenommen" werden können. Nach den ersten Schritten wird geübt, durch wiederholte kurze Sprüche über das Unterbewusstsein eine Verhaltensänderung zu bewirken.

Neben der Heilung vieler psychosomatischer Krankheiten, wird das Autogene Training heute auch als begleitende Therapie für viele weitere Krankheiten eingesetzt wie zum Beispiel Angina Pectoris, Asthma, Epilepsie, milde Depressionen, Kopfschmerzen, Stress oder Tinnitus, ist im Medizin-Lexikon nachzulesen.

Für Menschen mit einer akuten Psychose, Schizophrenie, Alzheimer-Krankheit oder Demenz ist von Autogenem Training demnach aber abzuraten. Grundsätzlich sollte das Training immer unter qualifizierter Aufsicht gelernt werden, weil sich sonst die Krankheitssymptome verschlimmern können.

Autogenes Training kann alleine oder in der Gruppe, idealerweise in einem abgedunkelten Raum, durchgeführt werden. Ratsam sind das Tragen von bequemer Kleidung und eine entspannte Sitzhaltung.

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(cho)