Huffpost Germany

Auto mit Hitler-Kennzeichen: So plump will sich die AfD aus der Affäre zu ziehen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • AfD räumt ein, ein Wahlkampf-Auto mit Neonazi-Codes im Kennzeichen genutzt zu haben
  • Brisanz der Kennzeichen-Kombination soll den Verantwortlichen nicht bewusst gewesen sein
  • Nun soll das Nummernschild getauscht werden

Ein Bild, das seit Montag auf Facebook kursiert, setzt die rechtspopulistische AfD unter Druck: Es zeigt ein Auto mit Parteiaufschrift und dem Kennzeichen L-AH 1818, das am Wochenende auf einem Leipziger Stadtteilfest geparkt haben soll.

Unter Anhängern der rechten Szene gelten die Buchstaben AH und die Ziffern (die für die Position von A und H im Alphabet stehen) als Code für Adolf Hitler.

Nun hat sich die Leipziger AfD auf Facebook geäußert - und bestätigt, dass das Bild echt ist. Der Wagen gehöre allerdings nicht der Partei, sondern sei dem Vorsitzenden des AfD-Kreisverbands für die Dauer des Wahlkampfes geliehen worden. Das Kennzeichen sei den Verantwortlichen jedoch nicht aufgefallen.

AfD möchte sich "vehement von rechter Gesinnung" distanzieren

In der Erklärung heißt es: "Die verwendete Kennzeichenkombination sind auf die Vor- und Nachnamen des Halters zurückzuführen." Zur Verwendung des Wagens schreibt die Partei: "Hier ist uns ein Fehler unterlaufen." Sie grenze sich "auch in Zukunft vehement von rechter Gesinnung ab".

Als Konsequenz soll der Wagen nicht zurückgegeben werden, sondern das Kennzeichen geändert werden. Das sei mit dem Halter vereinbart worden.

Fraglich ist dabei, ob sich der Halter, auch wenn er die Initialen AH trägt, der Bedeutung der Codes bewusst war.

Viele Facebook-Nutzer fühlen sich an den "Storch'schen Mausrutscher" erinnert

Vele Facebook-Nutzer, die den Post kommentierten, glauben der Partei nicht. Ein Nutzer schrieb: "Die Mitteilung hat schon was von dem Storch'schen Mausrutscher. Will wieder keiner gewusst, genehmigt, befürwortet haben. Eben gute deutsche Tradition. Luftpumpen."

Die Nutzer werfen der AfD vor, das Kennzeichen absichtlich eingesetzt zu haben. Eine weitere Nutzerin fordert die Partei auf, zuzugeben, dass sie "es gerne so richtig schön braun" möge.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

Unterstütze sie jetzt bei dieser Arbeit und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(cho)