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Gina-Lisa Lohfink: Fällt heute das Urteil im Vergewaltigungs-Prozess?

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GINA LISA LOHFINK
Gina-Lisa Lohfink am dritten Prozesstag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten | POOL New / Reuters
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  • Tag 4 im Strafprozess gegen Gina-Lisa Lohfink
  • Aus dem angeblichen Opfer wurde eine Angeklagte
  • Ihr Anwalt befürchtet: Vergewaltigte Frauen werden sich bald nicht mehr zur Polizei trauen

Seit dem 1. Juni 2016 läuft der Strafprozess gegen Gina-Lisa Lohfink im Amtsgericht Tiergarten in Berlin. Sie soll zwei Männer mit einer bewussten Falschaussage wegen Vergewaltigung angezeigt haben. Am heutigen vierten Prozesstag könnte bereits ein Urteil gefällt werden. Doch wie wurde aus dem angeblichen Vergewaltigungsopfer die Angeklagte?

Männer boten das Sex-Video für 100.000 Euro an

Im Juni 2012 boten zwei Männer einer Boulevard-Zeitung ein Video für 100.000 Euro an. Darin zu sehen: Die beiden in eindeutiger Situation auf einem Sofa mit Promi Gina-Lisa Lohfink.

Gina-Lisa zeigt die beiden Männer an, wegen Vergewaltigung, unberechtigter Veröffentlichung des Videos und des Gebrauchs von K.O.-Tropfen. Die Ermittlungen erstrecken sich über zwei Jahre, im Mai 2014 werden die Männer zu geringen Geldstrafen, wegen Veröffentlichung des Videos verurteilt.


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Der Vorwurf der Vergewaltigung wird von einem Gutachter nicht bestätigt. Stattdessen wird Lohfink wegen bewusster falscher Unterstellungen angeklagt, im Dezember 2015 schuldig gesprochen und zu einer ungewöhnlich hohen Geldstrafe von 24.000 Euro verurteilt.

"Da traut sich bald keine sexuell genötigte Frau mehr zur Polizei"

Gegen dieses Urteil wehrte sich das Model und ging in Berufung. Der folgende Prozess wurde zu einem Medienspektakel. Die Öffentlichkeit beteiligte sich mit zahlreichen Schlagzeilen und Kommentaren an Gina-Lisas Kampf um Anerkennung. Während einige Unterstützern und Fans für sie Partei ergreifen, wird das Model auch mit etlichen Hasskommentaren und Anschuldigungen konfrontiert.

Gina-Lisas Verteidiger Burkhard Benecken findet die Entscheidung des Gerichts unverantwortlich. Das Video zeige eindeutig die Vergewaltigung seiner Mandantin. Sollte Lohfink tatsächlich verurteilt werden, möge er sich die Konsequenzen für andere Opfer von sexuellen Gewalttaten nicht ausmalen: "Wenn das Vorgehen in Berlin Schule macht, traut sich bald keine sexuell genötigte Frau mehr in Deutschland zur Polizei."

Fällt heute das Urteil?

Am heutigen vierten Prozesstag kann bereits mit einem Urteil gerechnet werden. Neben zwei weiteren Zeugen (einer davon Lohfinks Ex-Partner Yüksel D.) soll auch ein weiterer Gutachter aussagen. Wie das Urteil aussehen wird, ist noch nicht abzuschätzen. Eine Verurteilung wäre für die Angeklagte ein Schock. Ihrer eigenen Aussage nach geht es nicht ums Geld, sondern um ihre Ehre.

Alle Infos zum Urteil findet ihr rechtzeitig auch auf huffingtonpost.de

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