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AfD-Auto mit Hitler-Kennzeichen? SPD sorgt mit Facebook-Post für Wirbel

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  • SPD hat auf Facebook das Foto eines AfD-Autos mit Neonazi-Zahlencode als Kennzeichen verbreitet
  • Echtheit des Bilds ist allerdings nicht bewiesen

Das Foto ist drastisch - beweist es doch offenbar, wie sehr sich die rechtspopulistische AfD mit Neonazi-Gedankengut identifiziert: ein Mercedes mit blauer Lackierung und Werbeaufschrift der Partei, versehen mit dem Kennzeichen L-AH 1818.

Viele Neonazis begreifen die Buchstaben und Ziffern als Code: AH steht demnach für Adolf Hitler, ebenso die Zahl 18, die die Buchstaben A und H im Alphabet repräsentiert. Das Auto mit der höchst verdächtigen Kombination wurde beim Schönauer Parkfest, einem Stadtteilfest in Leipzig, gesichtet. So ist es jedenfalls nachzulesen in einem Facebook-Post des SPD-Ortsvereins Leipzig West.

"AH" als Kennzeichen

"Leider noch eine unschöne Szene vom Schönauer Parkfest; die AfD Leipzig mit einem widerlichen und entlarvenden Auftritt“, heißt es im Text des Posts.

Nicht genannt wird die Quelle des Bilds. Fest steht, dass bereits sieben Stunden zuvor die Leipziger Anti-Pegida-Inititative No Legida dasselbe Foto auf Facebook veröffentlicht hatte, lediglich ohne das vergrößerte Kennzeichen. Ein Fotograf wird auch dort allerdings nicht genannt.

Das wirft Fragen auf: Würde die AfD tatsächlich so plakativ Flagge für den Rechtsextremismus zeigen? Ist die Echtheit des Bilds belegt? Warum wurde der auffällige Mercedes nicht schon früher oder von anderen Nutzern fotografiert?

AfD: Wir haben gar kein Auto

Die AfD selbst ist mit einer Stellungnahme zurückhaltend - die Angelegenheit werde am Nachmittag innerhalb des örtlichen Verbands besprochen, teilt das Vorstandsmitglied Uwe Wurlitzer mit. Zur Echtheit des Fotos will sich Wurlitzer bis dahin nicht äußern, nur so viel: Die Leipziger AfD besitze gar kein Auto.

Auch der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Heiko Bär, muss die Authentizität noch prüfen. Das Bild habe ihm ein Bekannter per Mail geschickt, bei dem es sich jedoch nicht um den Fotografen handle. Er selber sei zwar auch auf das Fest gegangen, das Auto sei bei seiner Ankunft jedoch schon weggewesen.

Mindestens eine Partei ist schwer blamiert

Fest steht: Sollte das Bild gefälscht sein, mit Photoshop eine Sache von wenigen Minuten, wäre die Partei blamiert. Denn Lügen können niemals Grundlage einer Debatte sein.

Sollte sich das Foto jedoch als echt herausstellen, wäre die AfD dringend des Rechtsextremismus verdächtig. Dann würde gelten, was ein Kommentator auf Facebook schreibt: "Die Schande Deutschlands wieder mal auf Tour... wie die das wieder wegerklären möchten es interessiert mich nicht!“

Eine kritische Prüfung ist in dem Fall jedoch dringend angebracht.

Passend dazu: Auto mit Hitler-Kennzeichen: So plump will sich die AfD aus der Affäre zu ziehen


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