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Eine Schule hängt diesen Zettel an die Tür - jetzt trauen sich wohl manche Eltern nicht mehr hinein

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SCHULE
Eine Schule hängt diesen Zettel an die Tür - jetzt trauen sich wohl manche Eltern nicht mehr hinein | Catholic Boys Highschool
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Es gibt sie an fast jeder Schule. Lehrer behaupten, dass sie stets mehr werden: die Kinder von Helikopter-Eltern.

Sie werden von ihren Erziehungsberechtigten verhätschelt, überwacht und behütet. Und die Eltern machen dabei vor allem Lehrern das Leben schwer, weil sie ganz genaue Vorstellungen haben, wie mit ihrem Kind umzugehen ist - auch, wenn es in der Schule ist.

Dieses Problem dürfte auch der Catholic High School for Boys in Little Rock im US-Bundesstaat Arkansas bekannt sein. Denn der Direktor des Gymnasiums, Steve Straessle, sah sich gezwungen, ein Schild ein die Tür zu hängen. Dieses soll überfürsorgliche Eltern davon abhalten, ihren Kindern, die wohl zwischen 15 und 18 Jahre alt sind, alles hinterherzutragen.

Die Schule hat ein Foto des Zettels auf Facebook veröffentlicht, wo er bereits 120.000 Mal geteilt wurde. Darauf steht:

"Wenn ihr gekommen seid, um die Bücher, das Mittagessen, die Hausaufgabe, die Materialien, die euer Sohn vergessen hat, vorbeizubringen: Bitte dreht um und verlasst das Gebäude. Euer Sohn wird lernen, Probleme selbst zu lösen, während ihr weg seid.“

zettel

Außerdem haben die Verantwortlichen über das Foto geschrieben: "Willkommen auf dem Katholischen Gymnasium. Wir unterrichten Lesen, Schreiben, Arithmetik und Problemlösung“.

Die meisten Facebook-User nahmen das Schild der Schule sehr positiv auf, es gab aber auch Kritiker. "Kinder lernen nicht gut auf leerem Magen, das ist doch dumm“, schrieb eine Userin. Ein anderer User bezeichnete diese Methode gar als "Kindesmissbrauch“.

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Der Direktor des Gymnasiums sagte der US-amerikanischen Zeitung "Washington Post“, dass es das wichtigste Anliegen der Schule sei, "das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern". "Wir wollen, dass unsere Schüler wissen, was zu tun ist, wenn Mama und Papa nicht mehr da sind“, sagte Straessle.

Er verteidigte die Jugendlichen an seiner Schule: "Ich bin sehr optimistisch, was diese Generation angeht. Sie hat viel Potenzial. Und mit diesem Optimismus kommt auch die Verantwortung, die MEINE Generation hat, diese Menschen bestmöglich auf das Leben vorzubereiten."

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(lk)