Huffpost Germany

"Nur Idioten kaufen ein eigenes Haus": Investment-Experte warnt vor Fehlinvestition

Veröffentlicht: Aktualisiert:
REGENSBURG
Getty
Drucken

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen und steigen. Das scheint die Nachfrage jedoch nicht zu bremsen - im Gegenteil. Von Januar bis Juni wurde der Bau von bundesweit 182.800 Wohnungen genehmigt.

Das waren nach Angaben des Statischen Bundesamtes 30,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand in einem ersten Halbjahr seit dem Jahr 2000.

In Deutschland grassiert das Immobilienfieber - und wer etwas Geld übrig hat, der kann es gewinnbringend anlegen. Wie man das am besten tut, hat kürzlich der US-Unternehmer und Buchautor Grant Cardone erklärt.

In einem viel beachteten Gastbeitrag zu dem Thema in der US-Ausgabe des Business Insider schreibt er:

"Je mehr Türen, je besser"

"Nur Idioten kaufen ein eigenes Haus." Cordone rät stattdessen: Mieten Sie eine Wohnung für den Eigenbedarf und investieren Sie in Immobilien. Der Grund: "Ein eigenes Haus ist keine Investition, weil es Dich nicht jeden Monat bezahlt - Du musst es bezahlen."

Der Kauf eines eigenen Hauses würde das Geld an einem Ort binden.

Cardone empfiehlt: Die höchsten Renditen erzielen Investoren im Bereich Immobilien immer noch mit dem Kauf von Mehrfamilienhäusern. "Je mehr Türen, je besser", schreibt er. Je nachdem wie viel Eigenkapital man mitbringe, könne man pro Jahr daraus beträchtliche Mietzahlungen generieren - die sich wieder investieren lassen.

Cardone selbst besitzt nach eigener Aussage rund 5000 Wohnungen.

Banken vergeben mehr Kredite

Zugegeben: Solch große Investitionen sind für die allermeisten Deutschen utopisch. Dennoch lässt sich mit einer Reihe von kleinen Mietwohnungen auch Umsatz generieren. Insofern gilt der Rat des US-Experten auch in Deutschland, obwohl die Immobilienmärkte durchaus unterschiedlich sind.

Ein Vorteil, um aktuell auch größere Investitionen zu stemmen: Kredite sind derzeit vergleichsweise leicht zu bekommen.

Von April bis Juni vergaben Kreditinstitute nach Angaben der Bundesbank 3,8 Prozent mehr Immobilienkredite als im Vorjahreszeitraum.

Allerdings sollten sich Interessenten beeilen: Denn die Finanzbranche warnt, dass verschärfte Bestimmungen die Vergabe demnächst bremsen könnten. Die Institute müssen seit Ende März die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer prüfen.

Passend zum Thema: Darum bekommen Zehntausende Deutsche keine Immobilien-Kredite mehr

Häuser und Wohnungen steigen rasant im Wert

Dass Cordone mit seinen Investitionsratschlägen Recht haben könnte, zeigt auch die Entwicklung in Deutschland in den vergangenen Jahren.

Gewinner sind vor allem Besitzer von Immobilien in gefragten Regionen. Ihre Häuser oder Wohnungen sind vielerorts in den vergangenen Jahren rasant im Wert gestiegen. Vermieter profitieren zudem oft von steigenden Mieten, gerade in Großstädten.

Auch Investoren an den Kapitalmärkten verdienten mit der Spekulation auf weiter steigende Preise in den vergangenen Jahren oft viel Geld. Hausbauer kommen zwar günstige Hypothekenkredite zugute – allerdings brauchen sie angesichts der steigenden Immobilienpreise mehr Geld.

In welcher Stadt investiert es sich am besten?

Bleibt am Ende die Frage: Wo investiert es sich am besten? Laut einem im Frühjahr veröffentlichten Bericht des Magazins "WirtschaftsWoche" kam Leipzig auf den ersten Platz. Dort sei die Entwicklung der Kaufpreise, der Mieten und die künftigen Aussichten für die Entwicklung der Stadt am verheißungsvollsten.

Denn die etablierten deutschen Metropolen haben schon lange ein Problem: Die Kaufpreise steigen sehr viel stärker als die Mieten. Damit sinkt die Rendite.

Mit Material der dpa

Auch auf HuffPost:

Er dachte, er hätte einen gewöhnlichen Garten - bis er eines Tages eine Falltür fand