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"Familie schützen": AfD-Chefin Petry findet es gut, wenn sich Privatleute Waffen kaufen

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FRAUKE PETRY
AfD-Chefin Petry findet es gut, wenn Bürger Waffen haben | Axel Schmidt / Reuters
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  • AfD-Chefin Petry hält es für sinnvoll, wenn Privatleute Waffen besitzen
  • Sie hält den Schutz der Bevölkerung durch die Polizei für nicht gewährleistet

AfD-Chefin Frauke Petry findet es in Ordnung, wenn sich Bürger Waffen kaufen. Mehr noch: Sie scheint den Trend zur Bewaffnung sogar zu befürworten.

In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe sagte sie, es sei "kein Grund zur Besorgnis“, wenn sich immer mehr Bürger Waffen zulegten.

"Jeder soll seine Familie schützen können"

Viele Bürger fühlten sich zunehmend unsicher. Tatsächlich sagten knapp 45 Prozent der Deutschen einer Umfrage, sie fühlten sich durch die Polizei nicht mehr beschützt - unter den AfD-Wählern waren es 68 Prozent.

Petry sagte: "Jeder Gesetzestreue sollte in der Lage sein, sich selbst, seine Familie und seine Freunde zu schützen. Wir alle wissen, wie lange es dauert, bis die Polizei, gerade in dünn besiedelten Gebieten, zum Einsatzort gefahren kommt.“

Polizei sieht Bewaffnung mit Sorge

In Deutschland haben nach den Übergriffen in Köln an Silvester mehr und mehr Bürger aufgerüstet. Mit Pfefferspray, mit Gaspistolen.

Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte Zahlen aus dem Nationalen Waffenregister. Demnach hatten Ende April mehr als 375.000 Menschen einen Kleinen Waffenschein, mit dem man etwa eine Gaspistole auch außerhalb der eigenen Wohnung führen darf. Das sind gut 30 Prozent mehr als noch Ende Dezember.

Die Polizei sieht diesen Trend – anders als Petry – extrem kritisch. Die Beamten warnen, die Bürger wiegten sich mit einer Waffe in falscher Sicherheit. Weil man viel zu lange brauche, sie im Notfall aus der Tasche zu holen. Weil der Angreifer sie auch gegen das Opfer einsetzen kann. Weil die Polizei aus der Entfernung nicht einschätzen kann, was für eine Waffe im Spiel ist – und im Zweifel härter eingreift.

In den USA, wo Waffenbesitz alltäglich ist, kommt es so häufig zu Gewalttaten, dass unter anderem Präsident Barack Obama die Regelungen dringend verschärfen will, um Menschenleben zu retten.

Petry glaubt nicht an Personalaufbau bei der Polizei

Petry aber scheinen solche Einschätzungen von Fachleuten nicht anzufechten. "Mich sorgt viel mehr, dass die diversen Polizeireformen der letzten Jahre in Bund und Ländern die Polizei systematisch kaputt gespart haben, während gleichzeitig durch den Wegfall der Grenzkontrollen und durch grenzübergreifende Kriminalität der Aufgabenbereich kontinuierlich gewachsen ist.“

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Dass die Polizei in Bund und Ländern massiv personal aufstocken will, reicht Petry nicht. Sie bezeichnet das als "rein Luftnummer“. So schnell könne die Polizei gar keine neuen Beamten ausbilden.

Und so rühmt sich die AfD, weiter „die einzige Partei in Deutschland“ zu sein, die sich einer Verschärfung des Waffenrechts widersetze. "Dies würde die anständigen Bürger treffen – und nicht diejenigen, die sich Waffen im Darknet beschaffen“, sagte Petry.

Petry spricht von "ungeschliffenen Äußerungen" einiger AfD-Politiker

Die Haltung der AfD zu Waffen war in den vergangenen Monaten immer wieder Thema gewesen. Unter anderem deswegen, weil die Partei thematisierte, wann Grenzbeamte auf Flüchtlinge schießen sollten. Petry hatte immer wieder moniert, sie und ihre Kollegen seien da absichtlich missverstanden worden.

"Einzelne ungeschliffene Äußerungen von Mandatsträgern setzen manchmal auch ungewollt Akzente. Aussagen werden allerdings besonders gern aufgebauscht, verdreht und skandalisiert“, sagte sie auch diesmal.

Tatsächlich braucht niemand Petrys Aussagen aufzubauschen. Wie sie in dem aktuellen Interview wieder bewiesen hat, sind sie auch ohne jede Zuspitzung brisant genug.

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