Huffpost Germany

Sparkasse kassiert hohe Konto-Gebühren von Flüchtlingen - Helfer sind empört

Veröffentlicht: Aktualisiert:
SPARKASSE
Sparkasse kassiert Konto-Gebühren von Flüchtlingen - Helfer sind empört | dpa
Drucken
  • Die Sparkasse Mühlheim berechnet Flüchtlingen eine monatliche Gebühr von 7,50 Euro
  • Ehrenamtliche Helfer fordern, dass ihnen zumindest ein Teil des Betrages erlassen wird

1500 Flüchtlinge haben bei der Sparkasse Mülheim in Nordrhein-Westfalen ein Girokonto eröffnet. Das ist an sich eine gute Sache. Denn das macht die Arbeit des Sozialamts – und auch der Bank – leichter, da der Regelsatz direkt auf das Konto der Flüchtlinge überwiesen werden kann.

Wäre das nicht möglich, müssten die Flüchtlinge Barschecks einlösen, was bei der Bank mit einigem personellen Aufwand verbunden wäre.

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtet, gelten für Flüchtlinge bei der Sparkasse dieselben Kontogebühren wie für alle: 7,50 Euro im Monat, das sind 90 Euro im Jahr.

Helfer fordern, Flüchtlingen zumindest einen Teil der Gebühren zu erlassen

Das empört die ehrenamtlichen Helfer. Sie haben sich der "WAZ" zufolge sowohl bei ihrer Redaktion als auch bei der Sparkasse beschwert. Sie schlagen vor, dass die Bank den Flüchtlingen zwar nicht vollständig die Gebühr erlassen, allerdings den Preis – wie etwa bei Schülern oder Studenten – etwas senken sollte.

So zahlen etwa Erwachsene bis zum Alter von 27 Jahren nur 4,50 Euro pro Monat für ein Konto, wenn sie eine Ausbildung absolvieren.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Sparkassen-Sprecher Frank Hötzel lehnt den Vorschlag zwar nicht grundsätzlich ab, stellt aber zur Debatte, ob man dann auch nicht anderen Bedürftigen entgegenkommen müsse: "Ein Hartz-IV-Empfänger oder ein Behinderter soll Gebühren zahlen und ein Flüchtling nicht?“, stellte er im Gespräch mit der "WAZ“ in Frage. Das führe erst recht zu Diskussionen, ob Flüchtlinge bevorzugt behandelt werden.

Für jene Flüchtlinge, die Schüler und Studenten sind, würden ohnehin dieselben Regelungen wie für junge Deutsche gelten. Außerdem wies der Hötzel darauf hin, dass der Aufwand bei der Einrichtung eines Kontos für Flüchtlinge "erheblich“ sei – durch Sprachprobleme, fehlende Papiere und verwaiste Konten, wenn Flüchtlinge umgezogen seien.

Auch auf HuffPost:

Dieses Land will Flüchtlinge aufnehmen – aber die wollen nicht dort leben

(sk)