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Donald Trumps Unternehmen sollen 650 Millionen Dollar Miese haben

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TRUMP
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump | Carlo Allegri / Reuters
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  • Donald Trump ist den Umfragen abgeschlagen
  • Nun zeigen Recherchen der "New York Times", dass Trump mehr Schulden hat, als er zugibt
  • Trumps Wahlkampfteam will sich jetzt auf Clintons Schwächen konzentrieren

Gut elf Wochen vor der US-Wahl herrscht in Donald Trumps Wahlkampfteam weiter große Unruhe. Am Freitag trat Paul Manafort zurück, bisheriger Leiter des Wahlkampfteams.

Manafort stand zuletzt wegen Berichten über finanzielle Verstrickungen in der Ukraine unter erheblichem Druck.

Und Trumps Finanzen sorgen weiter für Schlagzeilen. Denn wie Recherchen der “New York Times” jetzt zeigen, hat Trump sehr viel mehr Schulden, als er öffentlich zugibt.

Auch die Bank of China finanzierte Immobilien

Laut der “NYT” haben Trumps Unternehmen rund 650 Millionen Dollar Miese. Offiziell sprach Trump bisher von der Hälfte dieser Summe.

Besonders heikel: Trump macht offenbar auch Geschäfte mit Unternehmen aus Ländern, gegen die er im Wahlkampf hetzt.

So hat ein Gebäude, das ihm zu Teilen gehört, die Bank of China mitfinanziert. Trump wirbt seit Wochen mit dem Spruch “Amerikanisierung statt Globalisierung”. Ziel seiner Tiraden ist regelmäßig China, das nicht “fair spiele” und die US-Industrie zerstöre. Trump will zahlreiche Handelsabkommen nachverhandeln oder kündigen.

Die “NYT” warnt, dass Trump als Präsident weitreichende Macht im Steuer- und Finanzfragen hätte - und daraus Profit schlagen könnte. Kein Präsidentschaftskandidat vor ihm habe eine so komplizierte Vermögensstruktur gehabt, schreibt die Zeitung.

Kein Kandidat hatte so komplizierte Finanzen

Die Zeitung schreibt: “Unsere Recherchen zeigen, dass viele von Trumps finanziellen Geschäften völlig nebulös sind. Bisher hat er es abgelehnt, seine Steuerzahlungen offen zu legen oder eine unabhängige Untersuchung seines Vermögens zuzulassen.”

Trumps Vermögen soll zwischen 1,5 und 10 Milliarden Dollar betragen.

Die Recherchen der “New York Times” kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Erst am vergangenen Mittwoch hatte Trump mit Stephen Bannon eine neue Spitze des Wahlkampfteams installiert.

Passend zum Thema: Michael Moore erklärt, warum Trump die Wahl gewinnen wird

In aktuellen Umfragen liegt Trump acht Prozentpunkte hinter Clinton - noch vor einigen Wochen führte er vor der Demokratin. Er braucht dringend neuen Erfolg.

Wahlkampfteam will sich auf die Schwächen von Clinton konzentrieren

Wie die "Washington Post" berichtet, will sich Trumps neues Wahlkampfteam in den kommenden Wochen auf die Schwächen von Hillary Clinton konzentrieren - und weniger mit Trumps eigenen Aussagen Schlagzeilen machen.

Das zeigt sich auch in dem ersten TV-Spot, den Trump in diesem Wahlkampf schaltet. In dem 30 Sekunden langen Video wendet sich der Republikaner Trump deutlich gegen eine weitere Immigration von Ausländern.

Hillary Clinton stehe für gefährliche Einwanderung, die die Sicherheit und finanzielle Stabilität der USA gefährdeten, heißt es in dem Spot.

Das System würde unter Clinton gegen Amerikaner gerichtet bleiben, syrische Flüchtlinge würden weiter ins Land strömen (in Wahrheit nehmen die USA nur eine verschwindend geringe Zahl von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien auf).

Iran-Deal könnte Clinton in Bedrängnis bringen

Und tatsächlich könnte Trump in den kommenden Wochen wieder Auftrieb bekommen. Denn in den USA machen gerade zwei Ereignisse Schlagzeilen, die Trump in die Hände spielen.

Zum Einen, dass die USA wohl rund 400 Millionen Dollar für eine Freilassung von Gefangenen im Iran bezahlt haben (die Regierung bestreitet das bisher).

Außerdem erhielt Barack Obamas Gesundheitsreform einen schweren Rückschlag, da sich ein großer Versicherer, der sie finanzierte, zurückzog.

Ob Trump diese Steilvorlagen nutzen kann, bleibt aber abzuwarten. Denn bisher war kein Fettnäpfchen klein genug, als dass Trump nicht hineingetreten wäre.

So hatte Trump zuletzt auch um afro-amerikanische Wähler geworben - in dem er sie nach trumpscher Art beleidigte.

Bei einem Wahlkampfauftritt hatte er gesagt:

"Was habt ihr zu verlieren, wenn ihr etwas Neues versucht wie Trump? Ihr lebt in Armut, eure Schulen sind nicht gut, ihr habt keine Jobs, 58 Prozent eurer jungen Leute sind arbeitslos - was zum Teufel habt ihr zu verlieren?"

Mit Material der dpa

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