Huffpost Germany

Postbank bittet zur Kasse: Viele Kunden müssen für Girokonto zahlen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken
  • Die Postbank verändert ihr Gebührenmodell
  • Viele Privatkunden werden künftig für ihr Girokonto zahlen müssen
  • Einige werden aber auch weniger Gebühren entrichten müssen als bisher
  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Viele Postbank-Kunden müssen künftig für ihr Girokonto zahlen. Das kündigte die größte Privatkundenbank Deutschlands am Freitag an. In den vergangenen Monaten hatten bereits einige Banken und Sparkassen ihre Gebühren erhöht.

Die Banken verweisen darauf, dass sie angesichts der sinkenden Zinsen in Finanznöte geraten. Der Leitzins liegt inzwischen bei null Prozent. Parken Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank, müssen sie außerdem 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Die Experten des Finanzberatungsunternehmens FMH in Frankfurt sehen in der Strategie der Banken, an der Gebührenschraube zu drehen, dagegen eine „einfache und bequeme Möglichkeit, möglichst viel Geld zu verdienen“.

Manche Postbank-Kunden zahlen mehr, manche weniger

Bei der Postbank wird es künftig ein Online-Konto gegen eine monatlichen Grundgebühr von 1,90 Euro geben. Wer zusätzlich auch den Service in Filialen nutzen will, zahlt 3,60 Euro pro Monat.

Studenten und Kunden, die pro Monat mehr als 3000 Euro Geldeingang haben, zahlen nichts. Bislang lag die Grenze bei 1000 Euro pro Monat: Wer weniger Geld aufs Konto bekam, zahlte bisher 5,90 Euro. „Wir werden künftig deshalb eine große Anzahl von Kunden haben, die weniger für die Kontoführung bezahlen“, teilte die Bank mit.

Sprich, Kunden mit einem Geldeingang zwischen 1000 und 3000 Euro zahlen künftig mehr für ihr Konto. Kunden, die weniger als 1000 Euro verbuchen, zahlen weniger.

Die Postbank, derzeit noch eine Tochterfirma der Deutschen Bank und auf dem Sprung an die Börse, hatte vor knapp 20 Jahren erstmals Gratis-Girokonten eingeführt. Das Institut und ihre Tochterfirmen zählen über 14 Millionen Kunden, davon unterhalten mehr als 5 Millionen ein Girokonto.

Kontowechsel wird einfacher

Neben vielen Sparkassen verlangen inzwischen auch namhafte Institute wie die Hypovereinsbank Gebühren. Reine Online-Banken haben dagegen offenbar noch Luft zum Atmen. „Unser Girokonto und die dazugehörigen Karten bleiben auch künftig kostenlos“, heißt es bei der DKB. Und Alexander Baumgart von der ING-DiBa sagt: „Aktuell planen wir weder Gebühreneinführungen noch Gebührenerhöhungen.“

Die Fachzeitschrift „Finanztipp“ und Verbraucherschützer raten zum Wechsel, wenn man mit seinem Girokonto nicht zufrieden ist oder die Bank die Gebühren erhöht.

Tatsächlich könnte sich schon bald die Wechselstimmung unter den Bankkunden ändern, wenn Mitte September eine Gesetzesänderung in Kraft tritt, mit der Deutschland eine EU-Richtlinie umsetzt. Diese verpflichtet die Banken, ihren Kunden den Kontowechsel zu erleichtern. Dazu gehören vor allem die Weitergabe von Daueraufträgen und Lastschriftmandaten an die neue Bank.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Die Initiative Anderes Sehen e.V. etwa kümmert sich um die frühkindliche Förderung von blinden Kindern - ein Bereich, den die beiden Gründer zuvor als zutiefst vernachlässigt erfahren haben.

Nun setzen sie sich für Chancengleichheit für blinde Kinder ein. Anderes Sehen e.V. bietet Blindenstöcke für Kinder, die ihre ersten Schritte wagen, und entwickelt liebevoll gestaltete Tast-Bilderbücher.

Zudem hat die Initiative die Echoortungsmethode Klicksonar nach Deutschland geholt und bietet hierfür Schulungen an. Auch die Aufklärung von Betreuungspersonen und die Bereitstellung von Vorschulmaterialien gehören zum Angebot von Anderes Sehen e.V.

Unterstütze das Projekt jetzt und spende auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

(ben)