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Ende des Euro: Nobelpreisträger Stiglitz will gemeinsame europäische Währung abschaffen

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JOSEPH STIGLITZ
Den Euro abschaffen oder aufsplitten: Das fordert der Ökonom Joseph Stiglitz | Pablo Martinez Monsivais/AP
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  • Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fordert ein Ende des Euro
  • Die gemeinsame europäische Währung schade der Wirtschaft, warnt er
  • Eine Abschaffung könne die Rettung Europas sein

Über Europas Zukunft wird gerade viel diskutiert. Der amerikanische Ökonom Joseph Stiglitz hat nun verkündet, wie man Europa seiner Meinung nach retten kann: indem man den Euro abschafft.

"Der Euro wurde geschaffen, um für Wachstum und mehr Solidarität in Europa zu sorgen. Genau das Gegenteil ist eingetreten", schreibt Stiglitz in der "Financial Times". . "Einige Länder stecken in einer wirtschaftlichen Depression, die größer ist als die Große Depression der 1930er-Jahre."

Stiglitz geht sogar so weit zu behaupten, dass der Euro schon "bei seiner Geburt voller Fehler" war. Denn die nationale Zins- und Wechselkurspolitik der Länder sei dadurch komplett weggefallen.

Entweder abschaffen oder aufsplitten, fordert Stiglitz

Außerdem gebe es durch den Euro in vielen Ländern eine hohe Arbeitslosenquote und ein schwächeres Wirtschaftswachstum, als es laut Stiglitz eigentlich möglich sei. Denn die Haushaltspolitik der Regierungen werde durch den Euro eingeschränkt.

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Wenn der Euro nicht komplett abgeschafft wird, dann sollte man ihn laut Stiglitz zumindest aufsplitten: in einen stärkeren Nord- und einen schwächeren Südeuro. Mit dieser Veränderung könnte man den unterschiedlichen wirtschaftlichen Umständen der Länder gerecht werden.

Eine gemeinsame Währung ist laut Stiglitz hinderlich

Schon viele Ökonomen sprachen sich gegen den Euro aus. Die Angst, dass mit einem Ende des Euro auch das Ende Europas einhergehe, sei unbegründet. "Eine gemeinsame Währung ist weder nötig noch ausreichend, um eine enge wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit zu erreichen", meint nun auch Stiglitz.

Seiner Meinung nach gäbe es auch ohne den Euro Freihandel und Migration, da nur die Währung wegfalle, die europäischen Institutionen aber bestehen blieben.

Ein Ende des Euro wäre daher laut Stiglitz die beste Lösung und "nicht das Ende des europäischen Projekts".

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(lk)