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Moscheeverband Ditib: Mit Burka-Verbot werden "Frauen für unmündig" erklärt (Exklusiv)

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BURKA
Moscheeverband Ditib: Mit Burka-Verbot werden "Frauen für unmündig" erklärt | Axel Fassio via Getty Images
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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und die Unionsinnenminister der Länder haben sich darauf geeinigt, ein Burka-Verbot light einzuführen. Sie wollen, dass alle Menschen in bestimmten Situationen ihr Gesicht zeigen müssen: am Steuer, bei Behördengängen, in Schulen und Universitäten, im öffentlichen Dienst sowie vor Gericht.

Der Vorschlag könnte als Kompromiss gewertet werden zwischen jenen, die die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit etwa aus verfassungsrechtlichen Überlegungen nicht einschränken wollen und jenen, die sie komplett untersagen wollen.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) kritisiert die Entscheidung gegenüber der Huffington Post. Allerdings nicht deswegen, weil Frauen wohl bald ihr Gesicht zeigen müssen.

Zentralrat der Muslime: "Diskussion ist Ablenkung"

"Der ZMD hat sich schon vor zehn Jahren für eine gesichtsfreie Kopftuchkultur in Schulen und öffentlichen Einrichtungen ausgesprochen“, schreibt der Zentralrat, "aber die derzeitige Burka-Diskussion ist eine Ablenkung vor den eigentlichen Problemen in unserem Land und obendrein nicht mit dem Grundgesetz vereinbar."

Auch der Moscheeverband Ditib vermutet hinter der Diskussion Populismus: "In diesen Tagen wird in Deutschland bedauerlicherweise im Vorfeld von Wahlen Symbolpolitik auf Kosten der Muslime betrieben“, sagte Ditib-Generalsekretär Bekir Alboğa der HuffPost.

Ditib sieht Frauen durch die Entscheidung "entmündigt"

In der Sache positioniert sich Ditib allerdings anders als der ZMD. Vorausgesetzt, dass eine Frau nicht zum Tragen einer Burka gezwungen werde, sei es "die freie Entscheidung der mündigen Frau", wie sie damit umgehe. Alboğa betonte, die Frauen könnten sich sowohl dafür als auch dagegen entscheiden.

Es sei "traurig, wenn zum Schutz von Freiheit, Liberalität und Pluralismus eben diese in bestimmten Räumen für bestimmte Gruppen eingeschränkt werden und daraus resultierend Frauen für unmündig erklärt werden."

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(lk)