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Das neue Idomeni? Como in Norditalien könnte zum nächsten Flüchtlingshotspot werden

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Das neue Idomeni: Das italienische Como könnte zum nächsten Flüchtlingshotspot werden | dpa/HuffPost
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  • Die Flüchtlingskrise macht Italien zu schaffen
  • In der Kleinstadt Como sammeln sich die Flüchtlinge
  • Weil die Schweizer Grenze geschlossen ist, kommen sie nicht weiter

Italien ringt mit der Flüchtlingskrise. Vor allem in Como spitzt sich die Lage zu. In der italienischen Kleinstadt, nicht weit von den Villen am Comer See, kampieren Hunderte.

Viele von ihnen wollen nach Deutschland oder Frankreich. Dort schicken Grenzer sie zurück - wie es die Dublin-Regeln vorsehen.

Die Schweiz hat die Grenzen geschlossen. Die Flüchtlinge müssen zurück - und stranden in Como, neun Kilometer von der Schweiz entfernt.

Täglich bringen die Behörden Menschen mit Bussen weg, aber noch mehr kommen nach. Fast 100.000 Flüchtlinge sind seit Jahresbeginn in Italien gelandet. Allein im Juli waren es der Grenzschutzagentur Frontex zufolge rund 25.300.

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In der Nähe des Bahnhofs in Como haben Flüchtlinge Zelte aufgestellt; Bild: dpa

Journalisten vor Ort berichten, wie Hunderte von ihnen am Bahnhof in Como leben. Während Italiener in den Zug steigen und zur Arbeit oder in den Urlaub fahren, putzt sich neben ihnen eine Flüchtlingsfamilie die Zähne.

Sie wollen weiter, aber können nicht

Ein Großteil der Flüchtlinge möchte nicht in Italien bleiben. Hier bekommen sie wenig Unterstützung, denn die Unterkünfte quellen schon über. In Como bauen freiwillige Helfer provisorische Lager auf, Studenten verteilen Kleidung und Decken für die Nacht. Die Warteschlangen an der Essensausgabe sind lang.

Immer wieder versuchen die Flüchtlinge aus Como fortzukommen, setzen sich in den Zug in die Schweiz - und werden zurückgeschickt, bis sie am Ende des Tages wieder am Bahnhof in Como einschlafen.

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"Öffnet die Grenzen" steht auf dem Zettel neben dem Zeltlager der Flüchtlinge; Bild: dpa

Wenn es so weitergeht, wird Como das neue Idomeni, ist es eigentlich schon: Ein Flüchtlingshotspot, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Die einzige Möglichkeit wäre die Grenze in der Schweiz zu öffnen, doch weil das nicht passieren wird, wird es wohl erst einmal so weitergehen.

Mit Material von dpa

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(lk)