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"Das hat er absichtlich gemacht": Die Traueranzeige für diesen Feuerwehrmann ist wunderbar ehrlich

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"Das hat er absichtlich gemacht": Die Traueranzeige dieses Feuerwehrmanns ist erfrischend ehrlich | Ziegler/ Colourbox
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Am 29. Juli starb William Ziegler im Alter von 69 Jahren. Wer die Traueranzeige liest, die seine Kinder für ihn verfassten, der bereut es, ihn nie kennen gelernt zu haben.

Der Nachruf auf den pensionierten Feuerwehrmann aus New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana wurde bereits über 13 Millionen Mal auf Facebook geteilt. Der Text ist ehrlich, unglaublich witzig und geht zugleich ans Herz.

"Wir haben ihn alle zusammen verfasst“, sagte Sharar Currier, eines seiner vier Kinder, der Online-Zeitung "Nola“. In dem Nachruf beschuldigen Sharar und ihre Geschwister den Vater, absichtlich gestorben zu sein, um bei der kommenden US-Präsidentschaftswahl keine Entscheidung zwischen Hillary Clinton und Donald Trump treffen zu müssen.

Und das ist erst der Anfang einer grandiosen Traueranzeige.

Hier ist der komplette Nachruf auf William Ziegler:

William Ziegler floh vor der Realität am Freitag, dem 29. Juli 2016, im Alter von 69 Jahren. Wir denken, dass er das mit Absicht getan hat, damit er bei der kommenden US-Präsidentschaftswahl keine Entscheidung treffen muss.

Er hinterlässt vier Kinder, fünf Enkelkinder und die Fleischindustrie, für die er als inoffizieller Lobbyist fungierte - bis ein strikter Ernährungsplan ihn dazu zwang, richtiges Essen zu sich zu nehmen.

William meldete sich freiwillig zum Dienst bei der United States Navy im Alter von 17 Jahren und bemerkte zu schnell, dass er überhaupt nicht gerne herumkommandiert wird. Er hielt es nur einen Krieg lang dort aus.

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Bevor ihn die Armee suspendierte, hielt es die Regierung trotzdem für notwendig, ihm Schleifen und Medaillen für irgendwelche ehrenvollen Taten umzuhängen.

Als er 1971 in seine Heimatstadt zurückkehrte, dachte die Regierung, dass es wohl am besten sei, ihn im Auge zu behalten – also wurde er als Feuerwehrmann angestellt. Nach 25 Jahren bemerkte er, dass es vielleicht doch mehr Sinn machte, von einem brennenden Gebäude wegzulaufen als hineinzulaufen. Also ging er in Rente.

Auf diese Zeit zurückblickend sagte William immer, dass er sich keine Gruppe von Idioten und Geisteskranken hätte vorstellen können, mit der er lieber gearbeitet hätte (das gilt nicht für Bob, er mochte dich nie, Bob).

Seinen Wunsch, keine Messe abzuhalten, respektieren wir. Aber jene, die ihm die letzte Ehre erweisen wollen, sind herzlich eingeladen, die Abschiedsworte auf eine "Schaefer Light"-Bierdose zu schreiben und sie dann ihm zu Ehren zu trinken.

Er hatte für Spiritualität und Religion nichts übrig, aber er wollte euch trotzdem das Eine wissen lassen: Wenn er euch ein Bier schuldet und ihr ihn im Himmel finden könnt, dann dürft ihr ihm gerne noch eines ausgeben.

Im Himmel wird er wahrscheinlich auch der sein, der geschmacklose Internet-Witze weiterleitet (checkt euren Spam-Ordner, aber bitte nicht bei der Arbeit). Bei ihm wird wahrscheinlich ein Alkoholiker-Hund namens Judge sein, der zu seinen Füßen schläft.

Im Gegensatz zu früheren Nachrufen ist das diesmal kein Trick, um Gläubiger oder Ex-Freundinnen loszuwerden. Er hat uns versichert, dass er diesmal wirklich abgetreten ist. Und wir werden ihn sehr vermissen.

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