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"Das perfekte Vergewaltigungsopfer ist ein totes Opfer" - dieser Richterspruch geht unter die Haut

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VICTIM
"Das perfekte Vergewaltigungsopfer ist ein totes Opfer" - dieser Richterspruch geht unter die Haut | Jonathan Knowles via Getty Images
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Es sind harte Worte, die der Richter in seinem Urteilsspruch findet. "Kein anderes Opfer einer Straftat wird mit so viel Zweifel, Argwohn und Schuldigkeit bestraft, wie ein Vergewaltigungsopfer", schreibt Marvin Zuker in seinem Urteil, das eine Debatte besiegelt, die in Kanada viele Menschen bewegt hat.

Vergewaltigungsfall an der Universität

Es geht um einen Vergewaltigungsfall, der sich an einer Universität in Toronto abgespielt hat. Ein Student hatte dort eine Kommilitonin erst zum Oralsex gezwungen und dann gewaltsam penetriert. Nachdem der Fall publik wurde, setzte in den Medien ein klassisches "Victim Shaming" ein. Dem Opfer wurde unterstellt, selbst für die Vergewaltigung verantwortlich zu sein. Denn sie erschien vielen eben nicht als "klassisches" Vergewaltigungsopfer.

Opfer und Täter waren einander bekannt, sie hatten sich regelmäßig getroffen und dabei auch Alkohol getrunken. Das Opfer hatte in SMS auch geschrieben, sich Sex mit dem Bekannten zu wünschen. Eine Vergewaltigung allerdings, wünschte sie nicht. So zeigte sie den Täter nach der Vergewaltigung an - es kam zur Gerichtsverhandlung.

Victim Shaming

Der zuständige Richter nahm dem Täter seine Entschuldigungen für die Tat nicht ab - das Opfer treffe keine Schuld. Im Gegenteil, es werde nur versucht, das Opfer noch zusätzlich zu schädigen, in dem ihr eine Teil-Schuld für die Tat gegeben werde. Der Meinung des Richters nach sei ein "ideales Vergewaltigungsopfer ein totes" -ein Opfer, dem keine Schuld mehr gegeben werden könne.

Weiter schrieb er in der Urteilsbegründung: "Es macht keinen Unterschied, ob das Opfer getrunken hat, ob es alleine unterwegs war, sexuell freizügig, ob es sich mit dem Täter auf ein Date eingelassen hat oder wie das Opfer angezogen war. Keiner verlangt danach, vergewaltigt zu werden."

Deutliche Worte

Die Urteilsbegründung wurde von vielen Experten für sexuelle Gewalt als in der deutlichen Wortwahl wegweisend bezeichnet.

Der Student wurde in der Zwischenzeit bis auf Widerruf auf Bewährung freigelassen.

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(pb)