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Forscher finden heraus: Fleischesser leben gesünder als Vegetarier

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VEGETARIAN SAD
Depressed and sad woman in kitchen | Jiri Miklo via Getty Images
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Es ist eine Diskussion, die einfach nicht aufhören will. Denn diese Frage bewegt viele Menschen: Ist es nun gesünder, sich vegetarisch zu ernähren oder haben die Fleischesser doch recht mit ihren Einwänden?

Ohne Fleisch gesünder leben?

Die Debatte darüber, wie gesund vegetarische Ernährung wirklich ist, wurde in den letzten Jahren durch zwei Studien angeheizt - sie gaben Hinweise darauf, welche der beiden Lebensweisen denn nun gesünder sei.

Dabei machte insbesondere eine Studie der Universität Graz auf sich aufmerksam: Die Forscher wollen herausgefunden haben, dass eine vegetarische Lebensweise ein erhöhtes Krebsrisiko, Allergierisiko sowie verstärkte psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände mit sich bringe.

Doch die Ergebnisse werfen Fragen auf. Denn grundsätzlich konnte bei den 1320 Probanden festgestellt werden, dass Vegetarier einen gesünderen Lebensstil pflegen. Sie trinken weniger Alkohol und sind weniger übergewichtig. Ihre Gesundheitszustand wurde trotzdem als schlechter eingestuft.

Schlechter Gesundheitszustand: Woran liegt's?

Die Forscher fanden heraus, dass Vegetarier zwar einen gesünderen Lebensstil pflegten, dafür aber in anderen Bereichen weniger in ihre Gesundheit investierten. So nahmen sie weniger häufig Arzt-Termine wahr und gingen seltener zu Impfungen. Fleischesser müssen sich in diesem Bereich also verantwortungsbewusst verhalten, um als gesünder eingestuft zu werden - das Essverhalten allein genügt nicht.

"Unsere Studie hat gezeigt, dass österreichische Erwachsene, die sich vegetarisch ernähren, weniger gesund sind (in Bezug auf Krebs, Allergien und psychische Probleme), eine niedrigere Lebensqualität haben und mehr medizinische Versorgung nötig haben", heißt es in der Studie.

Nathalie Burkert, eine der beteiligten Forscherinnen, erläuterte die Ergebnisse in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" wie folgt: "Wir konnten zeigen, dass Vegetarier in Österreich an bestimmten Krankheiten wie Asthma, Krebs und psychischen Erkrankungen häufiger leiden als Fleischesser. Wir können aber nicht sagen, was hier Ursache und was Wirkung ist. Das muss man sich genauer anschauen."

Auch sei unklar, ob die mangelnde Gesundheit auf den vegetarischen Lebensstil zurückzuführen sei, oder ob der Lebensstil gewählt worden sei, weil eine Krankheit vorgelegen habe.

Nobelpreisträger: Rotes Fleisch krebserregend?

In diesem Zusammenhang ist auch eine Studie des Virologen Harald Zur Hausen spannend, denn Zur Hausen stellte die These auf, dass rotes Fleisch krebserregend sei. Menschen, die viel rotes und verarbeitetes Fleisch äßen, hätten eine höhere Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken.

Wer sich gesund ernähren möchte, ist nun angesichts dieser Ergebnisse vielleicht etwas ratlos. Die österreichische Studie wertete auch keine Details zum Ernährungsverhalten aus. So lässt es sich nicht sagen, wie viel rotes Fleisch die Teilnehmer zu sich nahmen. Eine detaillierte Aufschlüsselung des Ernährungsverhaltens wäre aber wichtig, damit die gesundheitlichen Zusammenhänge eindeutig zugeordnet werden können.

Fleisch: Ja oder nein?

Das gilt auch für zwei weitere Studien, die die Sterblichkeitsrate von Vegetariern und Fleischessern untersuchten. So zeigte eine Auswertung der Universität Oxford von zwei Langzeitstudien, dass sich die Sterblichkeitsrate zwischen Vegetariern und Fleischessern nicht signifikant unterscheidet.

In einer amerikanischen Studie unter 70.000 Siebenten-Tags-Adventisten zeigte sich allerdings, dass die Sterblichkeitsrate unter Vegetariern um 12 Prozent geringer war. Dies betraf insbesondere Herz- und Gefäßleiden.

Doch auch für diese Studien gilt: Es müssten genauere Untersuchungen zum Lebensstil durchgeführt werden, bevor sich eindeutige Schlüsse ziehen lassen. Und solange hier keine Ergebnisse vorliegen, können wir uns vielleicht einfach an einem Spruch des Schweizer Arztes Paracelsus orientieren: Allein die Dosis macht das Gift. [sic!]

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(pb, tos)