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So wollen zwei Brüder die Welt in nur zehn Jahren von allen Landminen befreien

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DROHNE
Die Drohne "Kafon" spürt Landminen auf. | Kafon
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Zehn Menschen werden täglich durch eine Landmine getötet oder verstümmelt.

Denn weltweit schlummern über 100 Millionen vergessene Landminen bedrohlich unter der Erde. Sie stammen meist aus Bürgerkriegen und liegen deshalb in Gebieten, in denen viele Zivilisten wohnen. Da sie nur selten lokalisiert und gelistet werden, ist es schwierig und kostspielig, sie zu entfernen.

Bisher gibt es noch keine ausgereifte Technik, mit der sich Minen schnell und effizient aufspüren lassen. Meist kommen Metalldetektoren oder spezielle Räummaschinen zum Einsatz, die von Menschenhand bedient werden müssen.

Auch Hunde wurden mit ihrem Spürsinn lange Zeit auf das Minensuchen trainiert. In Mosambik werden sogar Riesenhamsterratten eingesetzt, um die Minen zu finden.

Drohne könnte Landminen weltweit entfernen

Die Beispiele zeigen: Von einer idealen Lösung ist man noch weit entfernt.

Doch dieser könnte man nun einige Schritte näher kommen. Denn die aus Afghanistan stammenden Brüder Massoud und Mahmud Hassani haben die Drohne "Kafon" entwickelt, die Minen aufspüren und wegräumen kann.

Im Video seht ihr, wie die Drohne funktioniert:

Die Suche der verminten Stellen läuft dabei wie üblich mit einem integrierten Metalldetektor. Aber die Drohne hat zusätzlich einen Computer integriert, auf dem GPS-Daten gespeichert werden können.

Sie helfen der Drohne, eine Landmine direkt anzusteuern. Gebiete, von denen bekannt ist, wo die Minen liegen, können so schnell geräumt werden.

drohne

Die Motivation der Hassani-Brüder, diese Technik zu entwickeln, kommt nicht von ungefähr: Zwar leben die beiden seit den 90er Jahren in den USA. Damals flohen die beiden vor dem Bürgerkrieg. Aber sie wissen, dass das Land nach wie vor mit Minen gespickt ist, die jährlich viele Leben kosten.

20-mal schneller als bisherige Technologie

Die Zeit läuft also. Und genau aus diesem Grund wurde die Drohne entwickelt. Denn: Es geht um Geschwindigkeit: "Kafon" ist nach Angaben der Brüder 20 Mal schneller als die bisherige Technik. Außerdem kann die Drohne die verminten Stelle automatisch finden und räumen. Ausgraben kann sie Minen allerdings nicht.

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Für die Ortung fliegt die circa fünf Kilo schwere Drohne über eine Gebiet und orientiert sich an den GPS-Wegpunkten. Hat sie eine Mine identifiziert, stoppt sie vier Zentimeter über dem Boden. Die ermittelten Daten werden dann auf eine Karte dargestellt. So kann die Mine ausgegraben werden.

Liegt die Mine frei, kann sie mit dem Roboter-Greifarm, der mit einem kleinen Sprengzünder ausgestattet ist, in sichere Entfernung gebracht und gezündet werden. Der Zünder hat wiederum einen Timer, sodass die Drohne sich vorher entfernen kann.

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Massoud und Mahmud Hassani haben das Ziel, mit dieser Technik die Welt in nur zehn Jahren von allen Landminen zu befreien. Dafür sammeln sie Geld auf der Crowdfunding-Plattform "Kickstarter".

Mit dem Geld wollen sie Onboard-Wasserstoff-Batterien entwickeln, mit denen die Drohnen länger fliegen können. Und noch mehr Landminen aufspüren, die die Welt zumindest ein kleines Stück sicherer machen.

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(lk)