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Streit um Visafreiheit: Ankaras Außenminister wirft der EU "Türkeifeindlichkeit" vor

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CAVUSOGLU
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu | Umit Bektas / Reuters
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  • Ankaras Außenminister wirft der EU "Türkeifeindlichkeit" vor
  • Die Türkei habe sich wie kaum ein anderes Land bemüht, die Beitrittsforderungen zu erfüllen
  • Den deutschen Medien unterstellt er "Manipulation und Desinformation"

Die Beziehung zwischen EU und Türkei spitzt sich seit dem Putsch-Versuch stetig zu. Die neueste Anfeindung kommt vom türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

Er wirft der Europäischen Union "Türkei-Feindlichkeit" vor. Der "Bild"-Zeitung vom Montag sagte Cavusoglu: "Wir haben uns wie kaum ein anderes Land angestrengt, alle Bedingungen für den EU-Beitritt zu erfüllen. Aber das, was wir jetzt von Teilen der EU erleben, sind ausschließlich Drohungen, Beleidigungen und eine totale Blockade."

Offensichtlich sieht er die Türkei in einer Opferrolle, denn er sagte weiter: "Ich frage mich: Was haben wir verbrochen? Warum gibt es diese Türkei-Feindlichkeit?"

"Sie demütigen uns, statt der Türkei zu helfen"

Cavusoglu zeigte sich enttäuscht, dass die Türkei nach dem gescheiterten Putsch nicht mehr Unterstützung erhalten habe. Die Europäer verstünden nicht, dass das türkische Volk "traumatisiert" sei. "Sie demütigen uns, statt der Türkei zu helfen."

Er erneuerte zudem seine Forderung nach einer Visa-Liberalisierung, die Ankara im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsabkommen ab Oktober zugesagt worden war und verwies dabei auf die Verträge.

"Wenn ich auf diese Verträge hinweise, reagieren plötzlich viele gereizt", sagte er der Zeitung. "Aber es kann nicht sein, dass alles, was für die EU gut ist, von unserer Seite umgesetzt wird, aber die Türkei dafür nichts bekommt."

Deutsche Medien seien gesteuert, kritisiert Cavusoglu

Angesichts der innenpolitischen Ereignisse in der Türkei und der dort geltenden Anti-Terror-Gesetze forderten viele Politiker in der EU, die Visafreiheit zunächst nicht umzusetzen.

Deutschen Medien warf Cavusoglu "Manipulation und Desinformation" vor. Cavusoglu sagte: "Die Berichterstattung in Deutschland, auch bei Ihnen bei der 'Bild'-Zeitung, ist gesteuert in einer Richtung, die nichts mit der Realität in der Türkei zu tun hat."

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