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Das war der schlimmste IS-Anschlag seit Wochen - und die Welt schaut weg

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QUETTA
Das war der schlimmste IS-Anschlag seit Wochen - und die Welt schaut weg | Naseer Ahmed / Reuters
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Acht Kilogramm Sprengstoff. Sie lösten den schlimmsten IS-Anschlag seit Wochen aus - doch kaum jemand interessiert sich für diese Tragödie, die Pakistan erschütterte.

Am 8. August entschied ein Mann, sich mit acht Kilogramm Sprengstoff das Leben zu nehmen - um möglichst viele Menschen mit in den Tod zu reißen. Er suchte sich den Vorhof eines Krankenhauses in Quetta in der Provinz Belutschistan aus.

An diesem Tag herrschte dort reger Betrieb. Männer in Anzügen, die sich von einem Freund und Kollegen verabschieden wollten: von Bilal Anwar Kasi. Er war ein bekannter Rechtsanwalt und wurde auf dem Weg zur Arbeit erschossen.

Jetzt sind auch viele seiner Freunde nicht mehr am Leben, die ihm die letzte Ehre erweisen wollten. Insgesamt riss der Selbstmordattentäter 74 Menschen mit in den Tod, 100 weitere wurden verletzt.

Der IS bekannte sich zu der grausamen Tat.

Welche Grenzen hat das Mitgefühl?

Doch in Deutschland war nur eins zu vernehmen. Schweigen. Die Medien berichteten kaum über den Anschlag, bei Twitter setzte sich auch kein Hashtag wie #JeSuisQuetta durch.

Hierzulande musste sich niemand wochenlang den Weg zurück in die Normalität erkämpfen. Anders als bei den Terroranschlägen von Paris oder Brüssel.

Es scheint fast so, als habe Mitgefühl eine geographische Grenze. Anschläge, die weniger als 1000 Kilometer entfernt sind: Trauer angebracht. Anschläge, die über 1000 Kilometer entfernt sind: Trauer nicht zwingend erforderlich.

pakistan

"Pray for the World"

Dieser Mangel an Solidarität wird nahezu perfekt von einem einzigen Bild aufgefangen, das sich derzeit bei Twitter verbreitet. Es zeigt vier Fahnen: Die Nationalflaggen von Frankreich, Belgien, der Türkei und Pakistan.

Vor der französischen und der belgischen Flagge versammeln sich viele Menschen, es sind Kameras zu erkennen, die das Leid festhalten. Vor der türkischen und der pakistanischen Flagge ist es still: Ein Türke und ein Pakistani liegen sich in den Armen. Sie scheinen die Einzigen zu sein, die wegen der Anschläge in ihren Ländern trauern.

Das Bild kann uns helfen: dabei, die Grenzen der Solidarität weiter zu ziehen - oder sie komplett einzureißen.

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(lk)