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Mit diesen 4 faszinierenden Ideen kämpfen Forscher gegen Dürre an

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Es ist eine dramatische Warnung der Welternährungsorganisation (FAO): In Südafrika grassiert gerade die größte Dürre seit den Wetteraufzeichnungen. Millionen Haushalte haben nicht ausreichend Wasser.

Wer jetzt denkt, dass ihn das nicht betreffen muss, liegt falsch. Auch westliche Länder leiden derzeit unter extremer Dürre.

Im US-Bundesstaat Kalifornien herrscht seit Monaten Wassernotstand. Hier bemalen Hausbesitzer ihren Rasen mit grüner Farbe, weil sie ihn nicht mehr bewässern können. Und auf der spanischen Inseln Mallorca kontrolliert derzeit die Polizei den Wasserverbrauch.

Studien legen nahe, dass sich das Problem in Zukunft verschärfen wird. Forscher sehen den Klimawandel, sich ausbreitende Wüsten und schmelzende Pole als Ursachen - und warnen, dass Wasser zu einer knappen Ressource werden könnte wie Gold, Öl und Diamanten.

Schon jetzt leben laut den Vereinten Nationen 1,2 Milliarden Menschen an Orten, an denen Wasserknappheit herrscht, weitere 1,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu ausreichend sauberem Trinkwasser.

Seit Jahrzehnten versuchen Forscher deswegen, das Problem mit faszinierenden und vielversprechende Ideen zu bekämpfen. Wir stellen vier von ihnen vor. Derzeit sind sie zwar nicht mehr als Konzepte - aber sie könnten den Kampf gegen die Folgen der Dürre für immer revolutionieren.

1. Wasserspeicher aus Orange und Avocado

Die Schülerin Kiara Nirghin hat einen chemischen Stoff entwickelt, der die Landwirtschaft unter solchen Bedingungen zumindest vereinfachen könnte. Das Projekt heißt "Nie mehr durstige Pflanzen".

Der Stoff besteht aus einfachen, natürlichen Materialien: Orangenpelle und Avocadohaut. Er ist in der Lage, die hundertfache Menge seines Eigengewichts an Wasser aufzunehmen. Das Foto zeigt Nirghin ganz rechts:

Mit ihrer Idee gewann Nirghin aus Johannisburg Googles "Science Fair Community Impact Award" für den Mittleren Osten und Asien. Das Material ist für Landwirte ein sehr günstiger und ökologisch sauberer Regenwasserspeicher für Trockenzeiten, mit dem sie ihre Ernte sichern können.

2. Vom Wüstenkäfer lernen

Forscher der Harvard-Universität haben einen Weg gefunden, Wasser sogar an den trockensten Orten der Welt zu sammeln. Dafür haben sie Tiere unter die Lupe genommen, die in eben jener Umwelt überleben müssen - wie etwa der namibische Wüstenkäfer.

Er schafft, was für Menschen extrem schwierig ist: Wasser aufzufangen, das auf einer trockenen Oberfläche kondensiert. Der Panzer des Käfers hat winzige Beulen, die etwa Wassertropfen von Nebel auffangen können.

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Hochauflösendes Foto des Materials, auf dessen Oberfläche sich Wassertropfen sammeln. Credit: Harvard University

Dem Wüstenkaktus gelingt das durch feine Rippen. "Diese Erkenntnisse können wir anwenden, um große Wasserfarmen zu bauen", schreibt die Harvard-Forscherin Joanna Aizenberg in ihrer Studie, über die etwa das Portal "Inhabitat" berichtete. Das Material fange viel schneller und mehr Wasser auf als vergleichbare Materialien.

3. Gewächshäuser, die auch Wasser produzieren

Forschern der australischen Murdoch-Universität haben ein Gewächshaus entwickelt, das auch in wasserarmen Regionen prächtig funktioniert.

Es ist über 500 Quadratmeter groß, hat einen Ernteertrag von 30 Kilo und produziert acht Kubikmeter Wasser, heißt es in der Studie. Und all das dank kleiner Wasserblasen.

Vereinfacht gesagt verdunstet in dem Gewächshaus einfaches Meerwasser, das am Dach zu reinem Trinkwasser kondensiert, herunterregnet und die Pflanzen bewässert.

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Ein Gewächshaus für regenschwache Regionen. Credit: Getty

Dieses System kombinieren die Forscher mit zwei sogenannten Blasensäulen - die erste besteht aus einem Verdunster, die zweite aus einem Kondensator.

In der ersten Säule wird Salz- in Trinkwasser umgewandelt, das über eine spezielle Technik in die zweite Säule geblasen wird, von wo aus es in die Luft gelangt.

Die Technik wird mit Solar- und Windstrom betrieben und ist so vergleichsweise günstig. Es kostet etwa zehn Dollar, 1000 Liter zu entsalzen.

Kritiker finden das zu teuer - dennoch verhandelt das Team um den Forscher Mario Schmack derzeit mit Industriepartnern in West-Australien, um das Projekt umzusetzen.

"Wir glauben nach wie vor, dass unser Konzept weltweit einsetzbar ist“, schreibt Schmack in seiner Studie. "Die Einfachheit und die sozialen Vorzüge unserer Technologie werden zu einer nachhaltigen Entwicklung abgelegener Regionen führen.“

4. Drohnen

Schon jetzt aber helfen Drohnen Landwirten dabei herauszufinden, welche Areale eines Feldes austrocknen.

In Nevada gehen Forscher noch einen Schritt weiter. Ihnen ist es gelungen, mit einer unbemannten Drohne eine Wolke zu erzeugen. Zwar hat es nicht geregnet und die Drohne ist nur 121 Meter hoch geflogen, aber die Wissenschaftler des Desert Research Institute (DRI) nannten den Versuch einen "Meilenstein".

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Die Drohne, die es regnen lassen soll. Credit: DRI

Ihre Hoffnung: dass so bald Regenwolken in wasserarmen Regionen erzeugt werden können. Dafür lassen sie über der Drohne Silberiodid versprühen, das Wasser in der Luft zu Eiskristallen gefrieren lässt und so abregnen lässt.

Einzig: Es gibt im Moment kaum Studien, die belegen, dass diese Methode wirklich funktioniert. Bei einem ähnlichen Projekt im US-Bundesstaat Wyoming konnten Forscher nachweisen, dass sich die Menge an Schneewasser zwischen fünf und 15 Prozent erhöhte. Allerdings ist kaum schwer nachzuweisen, ob es in einer bestimmten Region dadurch wirklich mehr regnete.

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(lk)