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Overshoot Day: Warum die Menschheit diese Woche einen Punkt überschritten hat, an dem es kein Zurück gibt

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  • Jedes Jahr erreichen wir den Overshoot Day etwas früher - es ist der Tag, an die Menschheit alle Ressourcen verbraucht hat, die in einem Jahr nachwachsen können
  • Die Folgen des Überkonsums sind dramatisch

Die Weltbevölkerung wächst, Städte breiten sich aus, Fleischkonsum und Verbrauch fossiler Energieträger sind hoch - und das zehrt jeden Tag ein bisschen mehr an unseren Ressourcen, bis der ökologische Nullpunkt erreicht ist: der sogenannte Overshoot Day.

Es ist der Tag, an dem wir vom Ersparten der Erde zehren und alle Ressourcen verbraucht haben, die die Erde innerhalb eines Jahres produzieren kann.

Am 8. August war es dieses Jahr so weit. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 wurde dieser Tag erst am 12. August erreicht, ein Jahr zuvor am 13. August. Um im Jahr 1987 lag er noch auf dem 19. Dezember. Jedes Jahr erreichen wir den ökologischen Nullpunkt also etwas früher.

Den "Overshoot Day" berechnet der internationale Think Tank Global Footprint Network, indem er vergleicht, wie viele Ressourcen die Menschen verbrauchen und wie schnell die Natur diese erneuern kann.

Deutschland gehört zu den Sünderländern

Zum menschlichen Bedarf gehören Flächen für Acker- und Stadtbau sowie Fisch- und Holzbestände. Und vor allem Wälder, die das ausgestoßene CO2 umwandeln. Der übernatürlich Konsum führt zu Entwaldung, Dürre, Trinkwassermangel, Erosion, Artensterben.

Die schwerste Folge, die Ansammlung von CO2 in der Atmosphäre, sieht man hingegen nicht direkt. Die treibt jedoch den Klimawandel voran.

Am deutlichsten wird dieser Zusammenhang am Beispiel der Forstwirtschaft: Wenn mehr Bäume gefällt werden als innerhalb eines Jahres nachwachsen, sinkt der Waldbestand auf lange Sicht. Was das ökologische Defizit noch verstärkt: Es stehen dann weniger Pflanzen zur Verfügung, die CO2 umwandeln.

Am meisten verbrauchen die Arabischen Emirate

Deutschland gehört zu den Ländern, die mehr Ressourcen verbrauchen, als sie haben. Den Daten von Global Footprint Network zufolge ist hier der Bedarf mehr als doppelt so groß als die Kapazitäten. Damit belegt Deutschland Platz 16 auf der Liste der Länder mit ökologischem Defizit.

Größter Sünder sind die Vereinigten Arabischen Emirate, deren Verbrauch um 750 Prozent größer ist. Um die Erde nicht überzustrapazieren, sollte jeder Mensch einen ökologischen Fußabdruck von 1,7 haben. Der Durchschnittsdeutsche trägt aber die Umweltschuhgröße 4,4.

Schon 2030 könnten der Overshoot Day bereits im Juni erreicht sein

Um nachhaltig zu leben, dürften die Kapazitäten frühestens am 31. Dezember ausgereizt sein. Zehren die Menschen in einem Jahr an den Rücklagen, müssten sie im darauffolgenden besonders umweltbewusst leben. Das war aber nicht der Fall.

Laut Global Footprint Network hat die Menschheit im Jahr 1961 nur circa drei Viertel der Ressourcen genutzt. Wegen des weltweiten Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums sei die Erde jedoch in den 70er-Jahren erstmals überlastet worden – und seitdem immer wieder.

Wenn es so weitergeht wie bisher, würde die Menschheit im Jahr 2030 zwei Planeten brauchen, um ihren Bedarf zu stillen. Den Berechnungen des Think Tanks zufolge läge der Earth Overshoot Day dann bereits im Juni.

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(lk)