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Das steckt hinter Christoph Hartings Skandal-Auftritt bei Olympia

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  • Der Diskuswerfer Christoph Harting sorgt nicht nur mit Olympia-Gold, sondern auch mit seinem Verhalten bei der Siegerehrung für Schlagzeilen
  • Inzwischen erklärte Harting sein Verhalten in Rio: Er sei während der Ehrung "hormontechnisch noch völlig übersteuert" gewesen
  • Eine Zusammenfassung des Textes findet ihr im Video oben

Der deutsche Diskuswerfer Christoph Harting, der am Samstag überraschend Olympia-Gold gewann, sorgte mit seinem verhalten nach seinem Sieg in Rio für einige Irritation in Rio.

Zunächst verhielt sich der 25-jährige Sportler während der Nationalhymne auf eine Art und Weise, die mehr als befremdlich war. Er hielt die Arme verschränkt, pfiff vor sich hin, als die Nationalhymne gespielt wurde, alberte herum.

Anschließend weigerte sich der Olympia-Gewinner, der generell als medienscheu gilt, seinen Sieg gegenüber deutschen Reportern vor Ort zu kommentieren.

Kritik in den sozialen Medien

In den sozialen Medien hagelte es daraufhin Kritik. Der deutsche Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer kommentierte auf Facebook, er "schäme sich" für das Verhalten Hartings. "Sorry aber dann würde ich lieber auf diese Medaille verzichten", schrieb er.

"Keine Ahnung, was das sollte, ich verstehe es nicht. Christoph muss aufpassen, dass er jetzt nicht frei dreht", kommentierte Hartings Trainer Torsten Lönnfors das Verhalten seines Schützlings gegenüber der "Bild"-Zeitung".

"Was er da aufgeführt hat bei der Siegerehrung, das war nicht gut, denn er ist ein Mitglied unserer Mannschaft und Botschafter unseres Landes", kritisierte der Chef de Mission der Olmypischen Spiele, Michael Vesper.

"Das ist vielleicht falsch angekommen"

Inzwischen hat sich Harting zu seinem viel kritisierten Auftritt in einem Interview mit der ARD geäußert. "Wie bereitet man sich darauf vor, Olympiasieger zu werden?", fragte sich der Olympionik dort.

Er habe sich den Sieg vorher nicht ausmalen können. "Ich meine, die haben die Hymne nur für mich gespielt. Es war unfassbar", sagte er. "Stillstehen war nicht so meins, deswegen ist das vielleicht falsch angekommen."

"Du bist auch noch halb im Wettkampfmodus, du bist im Kopf eigentlich völlig woanders, du bist hormon-technisch völlig übersteuert", rechtfertigte sich Harting. Damit umzugehen sei natürlich eine Kunst für sich, befand der EM-Vierte von 2016 und WM-Achte von 2015, der für sich dank seines Erfolges bei den Spielen in Rio aber einen Legendenstatus reklamierte.

"Ich bin zur Legende geworden"

"Ich bin zur Legende geworden. Ich denke, ich bin in jedem Sportgeschichtsbuch. In allen sportpolitischen Magazinen kann man nachlesen, wer wann Olympiasieger war", sagte der 2,07 Meter große Athlet.

Der jüngere Bruder von Peking-Olympiasieger Robert Harting äußerte sich in dem knapp vierminütigen Gespräch auch außerdem dazu, warum er nach seinem größten Triumph zunächst kein Interview geben wollte.

"Ich habe dieses Jahr überhaupt keine Interviews gegeben, niemandem. Dass das natürlich ein bisschen anders läuft, habe ich erst im Nachhinein erfahren. Doof gelaufen." Wenn er jemandem beleidigt habe, tue ihm das leid, "war nicht so gemeint".

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(lk)