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An die Vollidioten, die gerne Flüchtlingskinder köpfen würden

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REFUGEE CHILD
Ein geflüchteter Junge | Esthermm via Getty Images
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117.008. Genau so viele Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren haben im Jahr 2015 Schutz in Deutschland gesucht. 52.533 Mädchen und 64.475 Jungs. Die meisten von ihnen wurden in Heimen untergebracht.

Eins davon ist die Asylunterkunft der "Professionellen Wohn- und Betreuungsgesellschaft" (PeWoBe) in Berlin. Das Problem ist nur: Einige Mitarbeiter der Einrichtung haben überhaupt nichts für die Kinder übrig.

Sie wünschen ihnen sogar, dass sie geköpft werden. Das zeigten heimlich veröffentlichte Mails, die sich Mitarbeiter hin- und herschrieben.

"Einfühlungsvermögen unserer Mitarbeiter"

Und das, obwohl die PeWoBe auf ihrer Homepage angibt, wie gut geschult ihre Mitarbeiter sind: "Wir setzen auf die gute Ausbildung und das Einfühlungsvermögen unserer Mitarbeiter bei der psychologischen Betreuung der Bewohner."

Einfühlungsvermögen kann ich bei dem folgenden Satz nicht erkennen, den ein Mitarbeiter seiner Kollegin schrieb: "Ein Sandkasten ist bei unseren Bewohnergruppen ganz schnell ein großer Aschenbecher oder ein heimisches Klo. (…) Wie wäre es statt dessen mit einer kleinen Kinderguillotine?"

Egal, wie oft ich ihn lese. Ich finde dort nur Wut. Und Ekel. Und Hass.

Auch Facebook-Nutzer würden gern Kinder hinrichten

Ebenso in einigen Facebook-Kommentaren. "Sehr gut. Da schaffen noch normale", schreibt ein Nutzer. Ein anderer findet: "Man muss auch immer die Ursachen sehen", Die Ursachen für was? Für den Hass auf Kinder? Für den Wunsch, sie würden geköpft werden?

Auch hier: 0,0 Einfühlungsvermögen. Sondern wieder nur Hass.

Über wen die Menschen da herziehen, sehen sie nicht

Hass auf Kinder, die wahrscheinlich nicht einmal ihren Teddybären auf das uralte Schlepper-Boot mitnehmen durften. Während ihr mit euren Kindern einen Ausflug in den Erlebnispark gemacht habt.

Hass auf Kinder, die auf hoher See die wohl schlimmsten Erfahrungen ihres Lebens machen mussten. Während ihr euren Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte im warmen Bett vorgelesen habt.

Hass auf Kinder, die wohl noch nie einen Sandkasten von innen gesehen haben. Während ihr den Geburtstag eurer Kinder mit einer großen Garten-Party gefeiert habt.

Hass auf Kinder, der sogar öffentlich abgeladen wird. In widerlichen Kommentaren - versteckt hinter der vermeintlichen Anonymität des Netzes.

Es gibt keine Rechtfertigung für den Wunsch, Flüchtlingskinder zu köpfen. Und keine Entschuldigung.

Die wahren Spalter unserer Gesellschaft

Die Vollidioten, die sich sowas trotzdem wünschen, sollten niemals mehr in die Nähe von Kindern gelassen werden. Sie sollten ihre Meinung für sich behalten. Aus einem einfachen Grund.

Sie sind die Menschen, die unsere Gesellschaft spalten. Nicht die 117.008 Kinder und Jugendliche, die vergangenes Jahr bei uns Schutz suchten.

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Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

In einem großangelegten Projekt hilft der Verein SyrienHilfe e.V. vor Ort Menschen in Not, die ihre Heimat nicht verlassen können oder wollen. Seit 2012 setzen sich Ärzte, Ingenieure, Archäologen, Lehrer und Künstler in dem Bürgerkriegsland dafür ein, dass die Bevölkerung in ihrem eigenen Land ein würdevolles Leben führen kann.

Der Verein betreut Waisenkinder, organisiert medizinische Versorgung für Behinderte und chronisch Kranke und finanziert Lebensmittel und Unterkünfte.

Unterstütze sie jetzt auf www.zusammen-für-flüchtlinge.de, der zentralen Plattform für Projekte in der Flüchtlingshilfe von betterplace.org.

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(tos)